Rita Girschikofsky - das Ende einer Ära/Uwe Schünemann zum Nachfolger gewählt

ur/ts - (04.11.2018) An diesem Wochenende fand der 39. NLV-Verbandstag in Hannover statt. Eine denkwürdige Veranstaltung, die sich ihren Platz in der Geschichte des Leichtathletikverbandes gesichert hat.

Nach der Rekordamtszeit von 24 Jahren trat die Präsidentin Rita Girschikofsky nicht wieder zur Wahl an. Folglich stand ihre Verabschiedung an diesen Tagen im Mittelpunkt.Geprägt von Anekdoten, Ehrungen und Geschenken über/ für Rita war der diesjährige Verbandstag sehr emotional und persönlich.  Zahlreiche Ehrengäste waren angereist, darunter der DLV-Ehrenpräsident Theo Rous, der aktuelle DLV-Präsident Jürgen Kessing und LSB-Präsident Professor Wolf-Rüdiger Umbach, sowie Vertreter der Politik. Die ganz besonderen  Ehrengäste waren allerdings mit Ritas Familie anwesend, die trotz ihrer häufigen Termine, die das Amt der Präsidentin mit sich bringt, immer zu ihr steht.

Rita Girschikofsky hinterlässt ihrem Nachfolger ein bestens bestelltes Feld. Die finanzielle Lage des Verbandes ist konsolidiert und solide, die Zahl der Trainer und Trainerinnen wurde verachtfacht und das Erika-Fisch-Stadion in Hannover auf ihre Initiative hin saniert und modernisiert. 2012 organisierte sie erstmals eine gemeinsame Landesmeisterschaft für Behinderte und „Nichtbehinderte“. Diese Kooperation zwischen BSN und NLV sorgte bundesweit für Aufsehen. Darüber hinaus holte sie viele Deutsche Meisterschaften und 2014 sogar die Team-Europameisterschaft nach Niedersachsen, setzte Akzente im Breiten- und Gesundheitssport und war stets offen gegenüber neuen Veranstaltungsformen und „Trendsportarten“.

Die 73-jährige war auch schon vor Ihrer Zeit als Funktionärin im Verband tätig. Erst als aktive Mittelstrecklerin, danach als Übungsleiterin und Trainerin.  Schnell wurde sie bekannt für ihre „deutliche  Sprache“, die vor nichts und niemandem Halt machte. Treffend daher auch die Zitate, mit denen der LSB-Präsident und der DLV-Präsident sie charakterisierten: “Ungeeignet für den diplomatischen Dienst“ und „Sie ist nicht nachtragend, aber sie vergisst auch nichts“. Und so nahm sie auch in ihrer Abschiedsrede kein Blatt vor den Mund. Kritisierte den neuen Qualifikationsmodus für internationale Veranstaltungen, der der Korruption Tür und Tor öffne und den Wert von Landestitelkämpfen mindere; forderte von Wirtschaft und Verwaltung mehr Arbeitsplätze für Sportler; und verlangte von der Politik, Sportplätze nicht zu Bauland zu machen.

Ihren Nachfolger hatte sich Rita mit dem ehemaligen niedersächsischen Innen- und Sportminister Uwe Schünemann (54) aus Holzminden auch selbst ausgesucht.
Dieser ist nicht nur „sportaffin“, sondern vor allem auch über seine Familie (verheiratet, eine Tochter, ein Sohn) der Leichtathletik eng verbunden. So brachten ihm die Delegierten des Verbandstages großes Vertrauen entgegen und wählten ihn fast einstimmig zum neuen NLV-Präsidenten.



Uwe Schünemann ist sich der großen Fußstapfen, in die er nun tritt, durchaus bewusst. Er versprach, sein Bestes zu geben und kündigte Projekte an, mit denen wieder mehr Kinder an die Leichtathletik herangeführt werden sollen. Zudem möchte er die Stellung der Vereine stärken und Kommunikation und Marketing im Verband optimieren - All das mit einem stark verjüngten Team: Thomas Behling (Finanzen), Bernd Rebischke (Bildung), Petra Möhle (Wettkampforganisation), Prof. Dr. Rainer Cherkeh (Recht), Andreas Ull (Breitensport und Sportentwicklung), Christoph Stolz (Leistungssport), Antonia Wellmann (Kommunikation und Marketing), Steffen Brümmer (Jugend).




Wir bedanken uns für die tolle Arbeit in all den Jahren und hoffen, dass uns die NLV-Ehrenpräsidentin Rita Girschikofsky noch lange, wenn auch in anderer Funktion, erhalten bleibt. 



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