Vorschau: Nationaler Höhepunkt der Hallensaison in Dortmund

  26.02.2026    NLV News Leistungssport
Die Deutschen Hallenmeisterschaften 2026 finden von Freitag bis Sonntag in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle statt. In den 28 Titelentscheidungen mischen insgesamt 43 niedersächsische Athlet*innen aus 18 Vereinen mit. Eine Übersicht gibt es hier:

NLV-Dominanz über 400 Meter

Dick markieren sollten sich alle NLV-Anhänger die 400 Meter der Männer im Zeitplan. Im Finale am Sonntag um 14:15 Uhr könnten gleich mehrere Langsprinter aus Niedersachsen stehen, denn aus dem 20-köpfigen Teilnehmerfeld kommen gleich sieben aus Niedersachsen, vier davon führen sogar in Anbetracht der Vorleistung die Meldeliste mit an. Darunter auch der Deutsche Freiluftmeister Jean Paul Bredau (VfL Wolfsburg) und der Titelverteidiger Florian Kroll (LG Osnabrück). Mit Bestzeiten konnte in dieser Hallensaison außerdem Thorben Finke (SV Sigiltra Sögel) auf sich aufmerksam machen. Mit 46,58 Sekunden steht er auf Platz zwei der Bestenliste. Eine Hunderstel hinter ihm lauert Fabian Dammermann (LG Osnabrück), der ebenfalls mit vorne angreifen möchte. Die niedersächsische 400m-Phalanx komplettieren Niclas Jan Kaluza (Eintracht Hildesheim), Nikolas Raeth (SV Union Salzgitter) und Jordan Gordon (OTB Osnabrück). Eine Medaille für Niedersachsen wäre also alles andere als eine Überraschung.

Bei den Frauen ist die letzte Podiumsplatzierung schon eine Weile her: 2019 wurde Luna Bulmahn, damals noch für die VfL Eintracht Hannover startend, überraschend Zweite und gewann Silber. Sieben Jahre später wäre am Wochenende eine Finalteilnahme schon ein Erfolg für die 26-jährige, die mittlerweile für den VfL Wolfsburg startet. Die zweite Luna, Luna Fischer, hat nicht nur den selben Vornamen sondern ist fast genauso alt wie Bulmahn bei ihrem Silbererfolg 2019 und startet auch für die VfL Eintracht Hannover. Vielleicht ein gutes Omen…Am vergangenen Wochenende gewann die Nachwuchssportlerin des Jahres 2024 bereits Silber in der U20.

Direkt am ersten Tag der Meisterschaft wird es für die 3000 Meter Starter Tim Kalies (LG Braunschweig), Linus Vennemann (LG Osnabrück) und Jonas Kulgemeyer (OTB Osnabrück) ernst. Sie müssen sich in einem prallgefüllten Teilnehmerfeld (22 Starter) unter anderem gegen Deutsche Rekordhalter wie Robert Farken (1500m/Meile) oder Frederik Ruppert (3000m Hindernis) behaupten.

Foto: Torben Flatemersch

Einige Teilnehmer im Mittelstreckenbereich

Während Kalies über die 1500m abgesagt hat, wird Kulgemeyer am Samstag ein zweites Mal an der Startlinie stehen. Die dreifache deutsche Jugendhallenmeisterin Lera Miller (VfL Löningen) möchte nach Platz sieben im Vorjahr sicherlich noch weiter vorne angreifen. In der Meldeliste steht die Löningerin in diesem Jahr auf Platz fünf. Für Landesmeisterin Jana Schlüsche (VfL Eintracht Hannover) geht es darum, sich für das Finale zu qualifizieren. Mit ihrer Meldezeit (4:25,65 Minuten) liegt sie im dichtgedrängten Mittelfeld. Über eine Teilnahme freuen dürfen sich Marie Pröpsting (VfL Eintracht Hannover), Anna Malena Wolff López, René Menzel (beide Braunschweiger Laufclub), Johanna Ewert und Jasper Gerling (beide Hannover 96), die über die B-Norm ins 1500m-Feld reingerutscht sind. Über 800 Meter der Männer hält Matti Niederheide die Flagge für den DSC Oldenburg hoch, nachdem seine beiden Teamkollegen die Zulassung um nur einen Platz verpasst haben. Verstärkt wird die Beteiligung aus dem Bezirk Weser-Ems durch die beiden Osnabrücker André Rohling und Mika Pikutzki (beide LG Osnabrück).

Im Kurzsprint sind die Augen auf Niklas Haaker (LG Neustadt Nord), Milian Zirbus und Jule Wachtendorf (beide Hannover 96) gerichtet. Alle drei konnten sich in diesem Winter über 60 Meter verbessern. Die Startgemeinschaft Oldenburg DSC-BTB-SVF (Männer) und VfL Eintracht Hannover (Frauen) vertreten Niedersachsen indes in den Staffelwettbewerben.

Die 14 Meter müssen fallen

Kira Wittmann (Hannover 96) ist die Medaillenhoffnung im technischen Bereich. Neben einer Medaille liebäugelt die Dreispringerin noch mit einer Teilnahme bei den Hallenweltmeisterschaften im März in Torun. Dafür müsste sie am Wochenende glatte 14 Meter springen. Dortmund könnte dafür ein gutes Pflaster sein. Vor drei jahren übertraf Wittmann an gleicher Steller zum bisher einzigen Mal in ihrer Karriere die 14 Meter-Marke. Ihre Trainingspartnerin Anna Gräfin Keyserlingk (LG Göttingen) konnte ihre Bestleistung im Januar auf 13,58 Meter schrauben, womit sie nun zum erweiterten Favoritenkreis gehört. Exakt die A-Norm, 12,80 Meter, sprang in dieser Saison Lotta-Henrike Werner (LG Weserbergland). Vielleicht gelingt ihr eine weitere Steigerung, womit eine Platzierung unter den Top 8 durchaus im Bereich des Möglichen ist. Im Hochsprung dürfen wir uns derweil auf Dorothea Gantert (SpVg Laatzen) und Niklas von Zitzewitz (VfL Eintracht Hannover) freuen.

Der frischgebackene deutsche Jugendmeister aus Sindelfingen Julian Karsten (VfL Wolfsburg) darf nun auch bei den Aktiven im Weitsprung sein Können unter Beweis stellen. In einem kleinen Teilnehmerfeld (neun Starter) kann auch er auf eine vordere Platzierung hoffen. Genauso wie Nadine Leigers (TSG Dissen), deren Ausgangsposition im Kugelstoßen aktuell Platz sechs ist. Gut möglich also, dass sie am Freitag für die erste Top 8-Platzierung für Niedersachsen sorgt.

Leichtathletik trotzt Fußball und ÖPNV-Streik

Wie in vielen anderen Kommunen Nordrhein-Westfalens wird auch in Dortmund der ÖPNV am Freitag und Samstag bestreikt. Damit fahren keine U-Bahnen zu den Stationen an der Helmut-Körnig-Halle. Alle Athletinnen und Athleten, Zuschauerinnen und Zuschauer sollten daher etwas mehr Zeit für die Anreise einplanen. Wer per Bahn anreist, nutzt am besten den Bahnhof Signal-Iduna-Park. Dort halten die Regionalbahnen RB 52, RB 53, RB 59. Alle Zuschauerinnen und Zuschauer können mit einem gültigen Ticket die Regionalbahn (2. Klasse) kostenlos im VRR-Gebiet für An- und Abreise nutzen. Vom Bahnhof sind es etwa zehn Minuten zu Fuß zur Helmut-Körnig-Halle. Aufgrund des Fußballspiels zwischen Borussia Dortmund und Bayern München im Signal-Iduna-Park kann es am Samstagabend nach den Wettkämpfen zu Verkehrsbehinderungen und Sperrungen (auch schon bei der Anreise zur Hallen-DM) rund ums Stadion kommen. Die Rückfahrt aus der Halle sollte daher erst nach Spielbeginn um 18:30 Uhr erfolgen.

Die Sportschau überträgt alle drei Wettkampftage im Livestream. Es kommentieren Ralf Scholt und Tim Tonder.

Livestream vom Freitag

Livestream vom Samstag

Livestream vom Sonntag

Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es hier

Jan de Vries