Titel verteidigt: Luna Fischer und Lera Miller triumphieren in Bochum

  14.07.2026    NLV News Leistungssport
DM-Wochenende der U20 und U16 im Lohrheidestadion: Nikolas Raeth, Luna Fischer und Lera Miller stürmen zu Deutschen Meistertiteln in der U20. In der M15 dürfen sich Ian Mac Henning und Michel Rung über Goldmedaillen freuen.

Auch hinter das zweite von drei diesjährigen DM-Wochenenden in Bochum-Wattenscheid kann ein Haken gesetzt werden: Die Deutschen Jugendmeisterschaften der U20 und U16, die am vergangenen Wochenende im Lohheidestadion ausgetragen wurden, hatten vieles zu bieten: Viel Sonne, viele emotionale Momente und viele Top-Leistungen für Niedersachsen. Allen voran in der U20, in der es unter anderem auch um die finalen Tickets für die diesjährige U20-Weltmeisterschaft ging: Hier konnten vier ohnehin schon favorisierte NLV-Talente dem Druck standhalten und den Startplatz für Eugene klarmachen.

Vor einer besonders großen Aufgabe stand dabei Luna Fischer: Auf den 400m der weiblichen Jugend U20 konnten in diesem Jahr gleich fünf Athletinnen die WM-Norm knacken – dementsprechend groß war der Kandidatinnen-Kreis für eine Einzelstart-Nominierung im DLV-Trikot. Fischer setzte in der finalen Entscheidung am Samstagnachmittag deshalb alles auf eine Karte und ging das Rennen mutig an: Die Athletin vom VfL Eintracht Hannover konnte sich dank eines schnellen Antritts auf den ersten 100m bereits nach der Hälfte des Rennens vom Feld absetzen. Auch, wenn sie auf der abschließenden Zielgeraden sichtlich kämpfen musste, zahlte sich der schnelle Beginn am Ende aus. Die frischgebackene Abiturientin kam nach 53,85sek als neue alte Deutsche Meisterin ins Ziel. Schon im vergangenen Jahr konnte ihr den Sieg im selben Stadion keine nehmen. „Jetzt freue ich mich riesig auf die WM und will mich dort nicht vor der internationalen Konkurrenz verstecken, sondern noch mal das letzte internationale Jugend-Highlight mitnehmen“, bilanzierte Fischer später in der Mixed Zone. Es sollte bei dieser DM nicht bei einer Medaille bleiben: Auch auf den 200m-Distanz am Sonntag konnte Luna Fischer unter Beweis stellen, dass sie aktuell zur Deutschen Spitze gehört. Mit gestoppten 23,65sek gewann sie im A-Finale Bronze. Nicola Bröger von der LG Braunschweig schaffte derweil den Sprint ins B-Finale, wo sie in 24,56sek auf Rang fünf lief.

Die Titelverteidigung sowie die Nominierung für Eugene gelang auch Lera Miller vom VfL Löningen. Sie bestimmte das 1500m-Finale der weiblichen Jugend U20 von Beginn an und setzte sich gemeinsam mit ihrer Vereins- und Trainingskollegin Paula Terhorst bereits nach zwei absolvierten Stadionrunden ab. Das Duo machte lieferte sich bis auf die Zielgeraden ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das Miller schließlich nach 4:20,32min für sich entschied: „Dass wir beide vorneweg laufen, war tatsächlich nicht abgesprochen. Ich dachte mir, ich gehe mal vor und mache ein schnelles Rennen. Dass Paula dann mitläuft, konnte ich nur vermuten.“ Paula Terhorst belohnte sich nach dem schnellen Rennen mit der Silbermedaille und darf nun ebenfalls in den Flieger nach Eugene steigen.

Nicht nur auf der Laufbahn, sondern auch in einer technischen Disziplin ging eine weitere DM-Medaille an eine niedersächsische U20-Athletin: Mehrkämpferin Savanna-Sara Wölfer stellte wieder einmal ihre Stärken im Wurfbereich unter Beweis und ließ den Speer im vierten Versuch auf 44, 78m fliegen. Die 19-Jährige sicherte sich damit den Bronzerang. Im Kugelstoßen reichten 12,32m mit Rang sieben für eine weitere Top-Acht-Platzierung. Über fünfte Plätze im Finale durften sich außerdem Mieke Wübben und Nova Ostern freuen: Während Wübben über die 400m Hürden für die LG Emstal Dörpen eine neue persönliche Bestleistung von 59,69sek einfuhr, war Nova Osten (LG Neustadt Nord) über die 2.000m Hindernis mit gestoppten 10:49,25min so schnell wie noch nie.  

Niedersachsen auch im Sprungbereich stark vertreten  

Auch in der männlichen Jugend U20 konnte ein NLV-Athlet am Wochenende neben dem DM-Titel das finale Ticket für Eugene eintüten. Als Erstplatzierter der Deutschen Jahresbestenliste setzte sich Nikolas Raeth vom SV Union Salzgitter am Sonntagmittag als Top-Favorit in den Startblock, als über die 400m Hürden die finale Entscheidung um die DM-Medaillen ausgetragen wurde. Raeth hielt dem Druck stand und schwebte nach 51,59sek – der zweitschnellsten Zeit seiner Karriere – als neuer Deutscher Meister über die Ziellinie. „Klar bin ich als Jahresbester reingegangen, da hat man schon die Ambition, den Titel zu holen. Aber in den letzten Jahren hat es nie ganz gereicht“, erklärte er. „Unbeschreiblich, dass es jetzt geklappt hat und ich zur U20-WM fahren darf.“

Im Dreisprung der U20 durfte sich Toncho Tzolov für den Sprung auf das Podest feiern lassen: Der Athlet vom TSV Germania Helmstedt kam mit 14,80m im vierten Versuch zwar nicht ganz an die 15-Meter-Marke heran, sicherte sich aber die Bronzemedaille. Jakob Henry Lück von Hannover 96 freute sich im selben Wettbewerb mit gesprungenen 14,46m über einen neuen Hausrekord und Rang fünf, Mario Schütte und Tarik Benze von der LG Weserbergland ließen Platz sieben und Platz acht in die Ergebnisliste eintragen. Im Hochsprungwettbewerb war der NLV durch drei Athleten vertreten: Der höchste Sprung gelang hier Lasse Zumsande von der LG Emstal Dörpen – die Latte auf 2,03m blieb zum ersten Mal auch unter Freiluft liegen. Zumsande war damit höhengleich mit dem Drittplatzierten Johannes Böcher, musste sich aufgrund der Anzahl an Fehlversuchen allerdings mit Rang vier begnügen. Nevio Völkel von der LG Osnabrück sprang mit 1,98m auf Platz fünf, Mehrkämpfer Hannes Brinkmann (Hannover 96) mit 1,95m auf Rang zehn. Sprungtalent Julian Karsten stellte sich derweil im Weitsprung der Konkurrenz: Der Athlet vom VfL Wolfsburg kam an diesem Wochenende auf eine Bestweite von 7,02m und belegte damit Rang sechs. Mit seinem zu Beginn dieser Saison gesprungenen Hausrekord von 7,54m hätte er den Wettbewerb deutlich für sich entscheiden können. 
Auf der Mittelstrecke konnten die U20-Athleten ebenfalls Top-Platzierungen einfahren: Tom Stephan vom TV Lilienthal lief in seinem ersten U20-Jahr über die 1500m auf Rang fünf und ließ die Uhr nach 3:52,89min stoppen. Matthias Apel stellte sich für die LG Osnabrück sowohl über die 3.000m Hindernis als auch die flachen 3.000m an die Startlinie und belohnte sich mit Platz sieben und elf.

Ian Mac Henning und Michel Rung holen bei DM-Premiere Meistertitel nach Hause

Für die Jungend U16 waren es die ersten nationalen Titelkämpfe – von möglicher Anspannung ließen sich die Nachwuchstalente allerdings nichts anmerken. Besonders erfolgreich war die DM-Premiere in der M15 für Ian Mac Henning und Michel Rung: Henning gehörte auf den 3.000m zu den zwei Athleten, die in dieser Saison schon die Neun-Minuten-Marke unterbieten konnten. Mit dementsprechend guten Aussichtschancen auf eine Medaille ging das Lauftalent vom VfL Wolfsburg ins Rennen. Taktik: Erst reinhängen und dann auf den letzten Runden alles rausholen. Sie ging auf. Der 15-Jährige stürmte nach 9:14,85min sensationell auf Platz eins über die Ziellinie und ließ sich zum neuen Deutschen Meister küren. Für Michel Rung ging nicht auf der Laufbahn, sondern in der Hochsprungkurve alles auf: Der Athlet von der LG Lüneburg, dem in dieser Saison schon der Sprung über 1,91m gelungen war, kam an diesem Wochenende nicht über 1,86m hinaus. Allerdings überquerte nur ein weiterer Athlet diese Marke, sodass sich die beiden den DM-Titel am Ende teilten konnten. „Ich würde schon sagen, dass ich zufrieden bin. Ich war zwar mit 1,91m gemeldet, aber die 1,86m habe ich mir anfangs auch vorgenommen. Es war warm. Ich habe es so gut wie möglich probiert. Ich war dann auch irgendwie kaputt“, bilanzierte der Lüneburger später. Hoch hinaus ging es auch für den Cloppenburger David Steinberg: Im Stabhochsprung der M15 wurde er mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 3,80m starker Sechster.

Für Moritz Povel reichte es ebenfalls für einen sechsten Platz – und zwar auf den 300m. Der Sprinter von der LG Braunschweig setzte sich mit schnellen 37,48sek gegen 30 Konkurrenten durch. Auch auf den 100m erwischte der Schüler einen starken Wettbewerb. Er schaffte es am Samstagnachmittag ins B-Finale und kam dort nach 11,50sek an Position drei ins Ziel. Im Wurfbereich war Niedersachsen in der M15 vor allem durch Mark Otten vom BV Garrel vertreten: Das Talent, dass sich zuletzt bei der Landesmeisterschaft in Lingen gleich drei Titel holte, war in Bochum vor allem im Kugelstoßen erfolgreich. Hier ließ er die Kugel auf 14,54m fliegen. Sie bedeuteten in einem gut besetzten Feld Platz fünf.

Carla Meyer im 100m-Finale mit Platz sieben

Auf den 100m der W15 sprintete Carla Meyer vom OTB Osnabrück bis ins A-Finale: Eine Zeit von 12,56sek und Platz sieben konnten hier in die Ergebnisliste eingetragen werden. Im Finale über die 80m Hürden konnte Mia Brungart von der LG Weserbergland ihre Vorleistung leider nicht abrufen. Nach zuletzt in Lübeck gesprinteten 11,56sek reichten 11,75sek beim Saisonhöhepunkt für Platz vier. Ein weitere Strecke über die Hürden hatte Lotta Josefine Nyhof zu absolvieren: Die Leichtathletin vom VfL Lingen begeisterte mit dem Einzug ins B-Finale, das sie in 43,88sek beeindruckend für sich entschied. IM A-Finale hätte diese Zeit für Bronze gereicht. In den technischen Disziplinen der W15 war der NLV unter anderem im Dreisprung präsent: Melia Bytomski von der LG Eimbeckhausen/Messenkamp konnte sich hier mit 11,01m – einer neuen persönlichen Bestleistung – auf Rang neun einordnen. Platz zehn ging an Liv Wotrubez vom TSV Neustadt. Für sie wurden 10,94m gemessen. 

Martha Fahrenkrug