Svea Funck setzt Erfolgsserie fort und holt U20-Gold
Das Erika-Fisch-Stadion in Hannover bildete am vergangenen Wochenende die stimmungsvolle Kulisse für die letzten Deutschen Meisterschaften auf niedersächsischem Boden in diesem Jahr. Bei hervorragender Atmosphäre im Stadion – getragen von lautstarken Fanclubs mit eigenen T-Shirts und zahlreichen Leichtathletik-Fans hinter den Banden – absolvierten rund 340 Mehrkämpfer*innen ihre kräftezehrenden Wettkampftage. Ein großer Dank gebührt den zahlreichen ehrenamtlichen helfenden Händen und Kampfrichter*innen, ohne deren unermüdlichen Einsatz ein solches Großevent nicht denkbar wäre. Ein Wiedersehen ist bereits garantiert: Auch im kommenden Jahr wird Hannover am letzten August-Wochenende der Austragungsort der Mehrkampf-DM sein.
Gold für Funck, Bronze für Wölfer
Aus niedersächsischer Sicht war Svea Funck vom TV Jahn Walsrode einmal mehr die überragende Athletin des Wochenendes. Als U18-Athletin im Feld der U20 hatte sie es am Freitag und Samstag mit höheren Hürden und schwereren Wurfgeräten zutun. Die Vize-Europameisterin ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken und stürmte in der ersten Disziplin - den 100m Hürden - direkt zum neuen Hausrekord: 13,83sek ließen Funck im Zielbereich vor Freude in die Luft springen. Trotz darauffolgender mühsamer Wettbewerbe beendete die 17-Jährige den ersten Wettkampftag als Führende. Am zweiten Tag gab sie diese Position dann auch nicht mehr ab: Bei anspruchsvollen Windbedingungen sprang Funck starke 5,63m weit und ließ im Speerwurf eine Weite von 45,39m folgen. Sie bedeute die beste Wurfleistung im gesamten Feld. Im abschließenden 800-Meter-Lauf brachte die EYOF-Siegerin aus dem vergangenen Jahr nach 2:20,31min den DM-Titel sicher ins Ziel und schraubte ihre persönliche Bestleistung um 145 Punkte auf hervorragende 5.605 Zähler hoch. „Die persönliche Bestleistung über die Hürden hat mich schon sehr gefreut, in den anderen Disziplinen musste ich mich aber immer wieder rankämpfen und habe gemerkt, dass die Saison schon ziemlich lang ist“, bilanzierte die frischgebackene Deutsche Meisterin später im Ziel.
In derselben Konkurrenz durfte auch Savanna-Sara Wölfer vom TK zu Hannover jubeln. Sie erkämpfte sich mit 5.078 Punkten die Bronzemedaille. Obwohl der Wettkampf für sie nicht in allen Disziplinen nach Wunsch verlief, bewies sie Kämpferherz: Mit der besten Kugelstoß-Weite der U20-Konkurrenz von 12,91m sammelte sie entscheidende Punkte im Kampf um das Podest.
Achterbahnfahrt der Gefühle im Zehnkampf der Männer
Im Zehnkampf der Männer lagen Freud und Leid nah beieinander. Nachdem Lokalmatador und Top-Favorit Marcel Meyer (Hannover 96) am ersten Tag einen eher holprigen Auftakt erwischte und seinen Zehnkampf nach einer Beugerverletzung im Hürdensprint schließlich schweren Herzens abbrechen musste, sorgte Maximilian Karsten für einen versöhnlichen Schlusspunkt im Männerbereich. Mit 7.458 Punkten holte der Athlet vom VfL Wolfsburg die Bronzemedaille und steigerte seine persönliche Bestleistung enorm: Er sammelte knapp 500 Punkte mehr als bei seinem diesjährigen Mehrkampf in Filderstadt und 100 Punkte mehr als vor drei Jahren in Hannover. Karsten legte unter anderem mit einer neuen Stabhochsprung-Bestleistung von 4,50m den Grundstein für Bronze. Nach der neunten Disziplin lag er auf Rang vier, setzte sich dann aber über die abschließenden 1.500 Meter entscheidend von seinem Kontrahenten Lasse Pixberg (Hamburger SV) ab.
Ebenfalls glänzen konnte Torben Prepens vom TV Cloppenburg. Er sicherte sich in der männlichen U23 die Silbermedaille. Mit 7.301 Punkten und steigerte er seine bisherige Bestmarke um fast 300 Zähler. Prepens präsentierte sich in Topform: Neue Bestleistungen über 100m (10,78sek), 400m (49,55sek) und mit der 7,26-kg-Kugel (12,07m) unterstrichen seinen starken Wettkampf. Zudem lieferte er mit geknackten 4,70m den besten Stabhochsprung der gesamten U23-Konkurrenz ab.
Vierte Plätze für Hannes Brinkmann und Henry Ahrenshop
Für einen Gänsehautmoment im U20-Zehnkampf sorgte Hannes Brinkmann von Hannover 96. Kurz vor seinem 18. Geburtstag beschenkte er sich selbst und beendete den Wettkampf mit 7.024 Punkten auf Rang vier. Als nach dem abschließenden 1.500m-Lauf klar war, dass es für die 7.000 Zähler gereicht hatte, war Landestrainer Steffen Rothmann als erster Gratulant auf der Laufbahn zur Stelle: „Du hast es geschafft!“ Brinkmann überzeugte im besten Zehnkampf seiner Karriere als bester Hochspringer des Feldes mit 1,95m und erzielte zudem Bestleistungen über 400 Meter (50,06sek), 1.500 Meter (4:27,64min) und im Diskuswurf (38,55m).
Ebenfalls starke Zehnkämpfe in der U20 zeigten Justus Suhr (LG Weserbergland) und Karl Christian Schüttert (SV Sigiltra Sögel). Während sich Suhr mit zwei neuen Bestleistungen Platz 13 sicherte, schob sich Schüttert mit insgesamt sechs Disziplin-Bestleistungen auf Rang 16. Luca Willig (TKJ Sarstedt) erreichte Rang 18 und stach dabei mit einer neuen Hochsprung-Bestleistung von 1,89m heraus.
Die 1.500m der U18 bedeuteten erneut ein Nervenspiel für Landestrainer Steffen Rothmann, als sein Schützling Henry Ahrenshop (SV Nienhagen) um die 7.000-Punkte-Marke kämpfte. Der 17-Jährige benötigte dafür eine Zeit von deutlich unter 4:40 Minuten. Am Ende reichte es trotz großartigen Einsatzes nach 4:46,00min nicht ganz für den großen Meilenstein – mit 6.943 Punkten beendete Ahrenshop seinen Zehnkampf dennoch auf einem hervorragenden vierten Platz. Phillip Lewandowski vom LAC Osnabrück schaffte ebenfalls den Sprung in die Top Ten der U18: Er belegte Rang neun mit 6.507 Punkten – veredelt durch vier neue Disziplin-Bestleistungen und den besten Mehrkampf seiner bisherigen Karriere.
Tolle Ergebnisse der DM-Debütant*innen
In der weiblichen Jugend U23 absolvierte Amelie Schwabe erst ihren vierten Siebenkampf überhaupt. Trotz verständlicher Nervosität zeigte die Sportlerin vom DSC Oldenburg eine starke Vorstellung und belegte mit 5.069 Punkten Rang sieben. Highlights ihres Wettkampfs waren die neuen Bestleistungen über 100 Meter Hürden und im Weitsprung. 14,83sek und 5,60m wurden hier in die Ergebnisliste eingetragen. In der U18 landete Leila Bessel vom SV Nienhagen mit 4.970 Punkten auf dem neunten Platz. Im Hochsprung übersprang sie erstmals 1,66m. Auch wenn Bessel via Instagram resümierte: „Nicht ganz die Saison, die ich mir gewünscht habe“, schickte sie direkt eine Kampfansage hinterher: „Aber nächstes Jahr wird wieder angegriffen!“
Auch die jüngsten Starterinnen und Starter sammelten wertvolle DM-Erfahrungen: Im Neunkampf der M14 sicherte sich Felix Kemner für den VfL Eintracht Hannover einen starken zehnten Platz. Bela Lehmann (TSV Burgdorf) beendete den Wettkampf auf Rang 18. Anton Schäl vom BTB Oldenburg musste sich nach keinem gültigen Versuch im Hochsprung vom Kampf um eine gute Platzierung verabschieden, bewies aber echten Sportsgeist und brachte seinen ersten DM-Neunkampf zu Ende.
In der weiblichen Jugend U16 gingen Melia Bytomski, Mia Brungart und Freda Peters für Niedersachsen an den Start. Bytomski belgte mit geschlossenen Leistungen und einer neuen Punkt-Bestleistung von 3.657 Zählern für die LG Eimbeckhausen/Messenkamp Rang in der W15 Rang neun. Brungart (LG Weserbergland) kämpfte sich in der selben Altersklasse durch einen zähen Wettkampf und beendete die Meisterschaft auf Position 13. Im Siebenkampf der W14 überzeugte Freda Peters vom MTV Aurich: Bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft setzte sie gleich drei Ausrufezeichen und lieferte neue Bestleistungen über 800m, die 80m Hürden und im Speerwurf. In der Endabrechnung belegte sie wie Brungart Rang 13.