Niedersächsischer Nachwuchs springt an die deutsche Spitze
Das Jahr 2026 ist noch jung – umso beeindruckender waren vielleicht die Leistungen der niedersächsischen Leichtathlet*innen bei den NLV+BLV Meisterschaften der U20 und U16, die am vergangenen Wochenende im Sportleistungszentrum von Hannover das Meisterschaftsjahr eröffneten. So sorgte der ein oder andere Sprung und die ein oder andere gestoppte Zeit für großen Jubel auf dem Zuschauerrang. Besonders laut wurde es an Tag zwei der Meisterschaft, als Julian Karsten im Weitsprung der männlichen Jugend U20 in seinem zweiten Versuch auf unsagbare 7,54m flog. Der Athlet vom VfL Wolfsburg übertraf seine bisherige Hallenbestleistung damit um mehr als 30 Zentimeter und ließ sich mit einem großen Strahlen auf dem Gesicht zum Landesmeister küren. Die neue Bestweite bedeutet nicht nur Rang eins in der aktuellen Deutschen Jahresbestenliste der U18, sondern auch das Ticket für die Deutschen Meisterschaften der Erwachsenen, die am letzten Februarwochenende in Dortmund stattfinden. Ebenfalls die A-Norm für die Hallen-DM der Aktiven unterbieten konnte Dreispringer Toncho Tzolov vom TSV Germania Helmstedt: Mit 15,05m katapultierte sich der 17-Jährige nicht nur erstmals über die 15-Meter-Marke, sondern auch auf Rang zwei im aktuellen nationalen Vergleich.
Gleich zwei Meisterwimpel entgegennehmen durften am Wochenende Nikolas Raeth und Matthias Apel. Raeth blieb auf den 400m mit einer Zeit von 49,59sek als einziger Teilnehmer der Konkurrenz unter der 50-Sekunden-Marke und konnte damit nun auch die Norm für die Deutsche U20-Meisterschaft in Sindelfingen unterbieten. Über die halbe Distanz stoppten die Uhren für den Athleten vom SV Union Salzgitter nach 22,22sek. Der neue Landesmeister über die 60m- Owen Isibor vom VfL Eintracht Hannover – musste sich hier mit einer Zeit von 22,50sek deutlich geschlagen geben. Auch für Matthias Apel von der LG Osnabrück geht es nach Sindelfingen: Nachdem die Entscheidung auf den 1500m am Samstag noch zwischen ihm und Julius Brand (LAC Osnabrück) denkbar knapp ausfiel, war es am Sonntag auf den 800m Apels Vereinskollege Konstantin Hans, der lange mithalten konnte. Mit Zeiten von 1:57,79min und 1:58,83min dürfen sich beide bei der Hallen-DM an die 800m-Startlinie stellen.
15 Runden im Sportleistungszentrum absolvieren mussten dann im Anschluss die 3.000m-Läufer, aus denen Paul Euskrichen von Eintracht Hildesheim herausstechen konnte. Der U18-Athlet beendete sein Rennen nach 9:02,37min mit einer neuen persönlichen Bestleistung und dem DM-Ticket. Seinen Vereinskollegen Moritz Jancke verwies Euskirchen auf Rang zwei.
Luna Fischer und Lera Miller mit gelungenen Saisoneinstiegen
Auch in der weiblichen Jugend U20 konnten die Ausrufezeichen oft auf der Laufbahn gesetzt werden: In 4:23,27min und 9:24,02 wurde Lera Miller vom VfL Löningen sowohl auf den 1.500m als auch auf den 3.000m routinemäßig Landesmeisterin, tütete sich in beiden Disziplinen die A-Norm für die Deutschen Meisterschaften der Aktiven ein und lässt in Sindelfingen auf die Verteidigung ihrer U20-DM-Titel aus dem vergangenen Jahr hoffen. Im Glaspalast darf auch Valeire Fehlandt vom LAV Zeven an den Start gehen – das Lauftalent beendete ihr 800m-Rennen in Hannover nach 2:16,20min als Erstplatzierte. Wie Miller war auch Luna Fischer in ihren Paradedisziplinen wieder einmal nicht zu schlagen: Der Sprinterin vom VfL Eintracht Hannover gelang mit gestoppten 55,48sek ein souveräner 400m-Saisoneinstieg und die B-Norm für die Deutschen Meisterschaften der Aktiven. Über die 200m beendete die 18-Jährige ihren Zeitlauf nach 24,17sek. Sie setzte sich dabei gegen 24 Konkurrentinnen durch.
Der Landesmeistertitel im Staffelwettbewerb der weiblichen Jugend U20 ging in diesem Jahr an die Sprinterinnen von der LG Braunschweig. Das Team – angeführt von der frischgebackenen Landesmeisterin Nicola Bröger, die sich auf den 60m über einen neuen Hausrekord von 7,60sek freute – brachte das Staffelholz nach 1:46,86min ins Ziel. Ebenfalls eine persönliche Bestleistung in die Ergebnisliste eintragen lassen konnte Dreispringerin Sydney Felix: Sie sprang erst zum zweiten Mal in ihrer Karriere über die Zwölf-Meter-Marke und holte mit gesprungenen 12,12m den Landesmeistertitel zum VfL Eintracht Hannover.
Spannender Weitsprungwettbewerb in der M15
Ein ganz großes Raunen ging auch durch die Leichtathletikhalle, als Niklas Robelski am Samstagnachmittag mit seinem Stab die aufgelegten 4,01m überquerte. Der M14-Athlet vom MTV 49 Holzminden steigerte seine persönliche Bestleistung damit um 20 Zentimeter, bejubelte den Landesmeistertitel und eine Höhe, die in dieser Saison noch kein anderer Athlet in Deutschland gesprungen ist. Über richtig starke Leistungen durften sich in der M14 auch Jonne Peters und Friedrich Heggemann freuen. Nachdem sich Peters vom TSV Burgdorf bereits am Samstag im Weitsprung mit 5,44m und einem Vorsprung von 40 Zentimetern nach ganz oben auf das Podest stellen durfte, folgte am Sonntag Landesmeistertitel Nummer zwei: Für den 60m Hürdensprint benötigte er unschlagbare 9,34sek. Friedrich Heggemann von der SG Bredenbeck-Holtensen wurde sowohl auf den 800m als auch auf den 3.000m neuer Landesmeister.
Gleiches gelang Ian Mac Hennig im Wettbewerb der M15. Der Wolfsburger beendete seine Erfolgsrennen nach 2:08,12min und 9:48,06min. Max Kampen widerum wurde der Titel zum „zweifachen Landesmeister“ noch in letzter Sekunde verwehrt: Nachdem sich das junge Talent von der LG Emstal Dörpen noch am Samstag über die 60m und mit einer neuen Bestzeit von 7,48sek durchgesetzt hatte, reichte seine im ersten Versuch aufgestellte neue Bestweite von 5,78m nicht für einen weiteren Titel im Weitsprung. Arne Brockhaus vom TV Dinklage konterte nämlich im fünften Versuch und flog auf eine Siegesweite von 5,89m. Im Kugelstoßen der M15 erwischte Mark Otten einen richtigen Sahnetag: Der Athlet von BV Garrel pulverisierte seine Top-Weite um mehr als einen Meter und ließ das vier Kilogramm schwere Wurfgerät auf 13,33m fliegen.
Dominator in der W14: Die LG Emsland Mitte
In den Wettbewerben der W14 wurden die Athletinnen der LG Emsland Mitte besonders oft zur Siegerehrung aufgerufen: So entschied Lotta Terhorst am Wochenende nicht nur den Weitsprung-, sondern auch den Hürdenwettbewerb für sich. Die 13-Jährige flog auf beeindruckende 5,40m und benötigte für ihren Sprint durch den Hürdenwald nur 9,05sek. Ihre Vereinskameradin Marie Barlage übersprang im Hochsprung derselben Altersklasse 1,48m und ließ sich den Meisterwimpel damit nicht mehr aus der Hand nehmen.
Einen weiteren deutlichen Sieg einfahren konnte der TSV Burgdorf im Kugelstoßen der W15: Amalia Stadnichuk ließ hier eine Weite von 11,91m messen und ließ sich mit mehr als zwei Metern Vorsprung zur neuen Landesmeisterin küren. Im Weitsprung und auf den 60m der W15 war Carla Meyer vom OTB Osnabrück bei diesen Landesmeisterschaften der Maßstab: Die zweifache Siegerin ließ eine Bestweite von 5,59m und eine Top-Zeit von 8,00sek vermerken. Auf einem sehr hohen Niveau fand hier auch der Hochsprungwettbewerb statt: Paula Slaschjow vom SV Friedrichsfehn überquerte erstmals und als einzige Athletin die 1,60m und durfte die Siegerurkunde entgegennehmen.
Im Rahmen dieser Hallen-Landesmeisterschaft wurden auch die Meisterwimpel in den Langstaffelwettbewerben der Erwachsenen vergeben. Auf den 3x1000m der Männer brachte die LG Braunschweig rund um Jonas Just, Felix Büchel und René Menzel das Staffelholz als erste Mannschaft ins Ziel. Über die 3x800m-Distanz waren Manon Martsch, Jana Schlüsche und Marie Pröpsting vom VfL Eintracht Hannover die Schnellsten.