Gelungenes Comeback: Marcel Meyer glänzt mit Bestleistung in Ratingen

  29.06.2026    NLV News Leistungssport
Besser hätte die Rückkehr auf die Zehnkampf-Bühne kaum verlaufen können: Beim traditionsreichen Stadtwerke Mehrkampfmeeting in Ratingen hat Marcel Meyer (Hannover 96) nach 672 Tagen Wettkampfpause ein beeindruckendes Comeback gefeiert. Mit 8.261 Punkten steigerte der 25-Jährige seine persönliche Bestleistung um 71 Zähler, belegte Rang sieben in einem hochklassigen Teilnehmerfeld und verpasste die Norm für die Europameisterschaften in Birmingham lediglich um 39 Punkte.

Nach fast zwei Jahren ohne Zehnkampf – unter anderem aufgrund eines langwierigen Sehnenabrisses am Adduktor im Frühjahr 2025 – zeigte Meyer von Beginn an, dass mit ihm wieder zu rechnen ist. Bereits der erste Wettkampftag verlief nahezu optimal. Mit einer Zeit von 11,05sek auf den 100m, gesprungenen 7,12m im Weitsprung, 15,43m im Kugelstoßen und gestoppten 48,19sek auf den 400m überzeugte der Hannoveraner mit konstant starken Leistungen. 

Für einen ganz besonderen Moment sorgte er an Tag eins aber im Hochsprung. Nach insgesamt 14 Sprüngen meisterte Meyer im dritten Versuch überraschend die Zwei-Meter-Marke. Auf weitere Höhen verzichtete er anschließend bewusst. „Mit den zwei Metern habe ich niemals gerechnet. Vielleicht mit 1,90m, aber nicht mit zwei Metern“, sagte Meyer nach dem ersten Wettkampftag, an dem er trotz großer Nervosität den stärksten Auftakt seiner Karriere hinlegte – 98 Punkte mehr als bei seinem bisherigen Bestleistungs-Zehnkampf.

Auch am zweiten Tag blieb der Niedersachse auf Kurs. Über die 110m Hürden lief er in starken 14,23sek die drittschnellste Zeit seiner Karriere. Im Diskuswurf gelangen ihm 44,43m, ehe er im Stabhochsprung für das nächste Ausrufezeichen sorgte. Mit einem blitzsauberen Wettkampf überquerte Meyer zunächst scheinbar mühelos 5,10m und steigerte anschließend seine persönliche Bestleistung mit 5,20m gleich um 20 Zentimeter.

Im Speerwurf ließ der 96-Athlet mit 54,13m danach einige wichtige Punkte liegen. Trotzdem blieb die EM-Norm vor den abschließenden 1.500m rechnerisch in Reichweite. Um die geforderten Punkte zu übertreffen, hätte Meyer eine Zeit von rund 4:21min laufen müssen. Nach 4:34,08min stoppte die Uhr schließlich – am Ende standen 8.261 Punkte auf der Anzeigetafel.

Auch wenn die EM-Norm knapp außer Reichweite blieb, überwog kurz nach dem Zieleinlauf bereits der Stolz. „Ich habe probiert, die EM-Norm zu knacken. Das hat auf den 1.500m leider nicht ganz geklappt. Aber ich kann superstolz auf mich sein mit der Bestleistung beim Comeback“, bilanzierte Meyer gegenüber dem DLV. Die Trainingsleistungen hätten bereits angedeutet, was möglich sei. „Allerdings muss man das auch erst im Wettkampf umsetzen.“

Martha Fahrenkrug