Julian Karsten belohnt sich mit DM-Titel
Hallen-DM
Als Top-Favorit*innen angereist und dem Druck erfolgreich standgehalten: Bei den Deutschen Hallenmeisterschaften der Jugend U20, die am vergangenen Wochenende gemeinsam mit den nationalen Titelkämpfen im Winterwurf im Sindelfinger Glaspalast ausgetragen wurden, sorgten Julian Karsten vom VfL Wolfsburg und Lera Miller vom VfL Löningen für die Deutschen Meistertitel für Niedersachsen.
Für Karsten, der nach seinem fulminanten Sprung auf 7,54m im Januar als Jahresbester angekündigt war, war es die erste DM-Goldmedaille seiner Karriere: „Vor zwei Jahren war ich im Sommer Dritter, im letzten Jahr Zweiter in der Halle und jetzt Deutscher Hallenmeister. Damit habe ich jetzt alle Medaillen abgearbeitet. Ich wollte heute vor allem Spaß haben und meine Leistung vom Beginn des Jahres wiederholen“, bilanzierte er später gegenüber dem DLV. Der 19-Jährige zeigte am Sonntagmittag mehrfach starke Sprünge über die Sieben-Meter-Marke und ließ sich von dem Druck seiner Konkurrenten – viele sprangen persönliche Bestleistungen – nicht beeindrucken: Mit 7,39m im dritten Versuch kam niemand an den neuen Deutschen Meister heran. Sein NLV-Kollege Micah Schade (LG Emstal Dörpen), der im vergangenen Jahr noch mit der Bronzemedaille im Weitsprung überrascht hatte, erwischte dagegen keinen optimalen Wettkampf: Nach zwei ungültigen Versuchen reichten 6,75m nicht für den Einzug in die finale Runde.
Lera Miller schafft Hattrick
Löningens Lauf-Ass Lera Miller schnappte sich nach ihren Erfolgen in den Jahren 2024 und 2025 nun zum dritten Mal in Folge den Deutschen Hallenmeistertitel über die 1500m der weiblichen Jugend U20. Sie trat ihren Vorlauf als Jahresbeste an und qualifizierte sich souverän und mit einer Zeit von 4:39,31min für die finale Entscheidung. Hier kontrollierte die 18-Jährige das Feld dann von vorne und sorgte mit ihrer Tempoverschärfung auf den letzten beiden Runden dafür, dass ihr keine andere Läuferin mehr folgen konnte. „Heute lastete schon viel Druck auf mir, weil ich mich nicht mit dem zweiten Platz zufriedengeben wollte“, zeigte sich Miller im Ziel sehr erleichtert. Ebenfalls im 1500m-Finale an den Start gehen konnte Milana Bornhardt: Die U18-Athletin vom VfL Wolfsburg beendete den Wettbewerb nach 4:42,07min auf Position neun.
Silbermedaillen über 400m
Nicht Kopf an Kopf, sondern nur gegen die Zeit der ärgsten Konkurrent*innen kämpfen mussten Niedersachsens Langsprinter*innen. Im 400m-Finale der männlichen Jugend U20 lag es an Nikolas Raeth vom SV Union Salzgitter, als Athlet mit der zweitschnellsten Vorlaufszeit mit einem zügigen Rennen vorzulegen: Die Uhren stoppten für das Nachwuchstalent nach 48,77sek. Im zweiten Finallauf war schließlich nur der Flensburger Tjark Schult eher im Ziel, sodass sich Raeth zum neuen Deutschen Vizemeister küren lassen durfte. Luna Fischer, die bereits im Vorlauf mit 54,91sek und einer neuen Deutschen Jahresbestleistung geglänzt hatte, konnte sich im entscheidenden Lauf am Sonntag noch einmal auf 54,54sek steigern und sicherte sich die Silbermedaille. Mieke Wübben von der LG Emstal Dörpen war eine weitere niedersächsische Athletin, die es in das 400m-Finale geschafft hatte. Mit einer Zeit von 55,92sek belegte sie in der Endabrechnung Rang sechs. Die dritte Niedersächsin im Bunde – Amke Boten vom MTV Aurich – gelang zwar nicht der Einzug in das Finale, dafür begeisterte sie als U18-Athletin aber mit einem neuen Hausrekord von 58,07sek.
Im Rahmen der Meisterschaft in Sindelfingen wurden auch die neuen Deutschen Hallenmeistertitel in den Langstaffel-Wettbewerben der Hauptklasse vergeben. Das Trio von der LG Osnabrück – bestehend aus André Rohling, Mika Pikutzki und Linus Vennemann – bejubelte hier am Freitagabend seinen zweiten Platz über die 3x1000m-Distanz.
Zwei weitere Top-Platzierungen im Sprungbereich und Matthias Apel und Toncho Zvolov schrammen am Podest vorbei
Von einer richtig starken Seite konnte sich Hochspringer Lasse Zumsande am Sonntag präsentieren: Der Athlet von der LG Emstal Dörpen hielt lange Zeit mit den Top-Favoriten mit und steigerte mit einem gelungenen Sprung über die 2,03m seinen Hausrekord. Er schenkte ihm in der Endabrechnung die Bronzemedaille. Mehrkämpfer Hannes Brinkmann (Hannover 96) stellte sich ebenfalls der nationalen Hochsprung-Konkurrenz und belegte mit 1,95m Rang sechs. Bronzemedaille Nummer zwei fuhr Stabhochspringerin Klara Härke ein: Nachdem die Athletin vom MTV 49 Holzminden die 3,80m souverän im ersten Versuch übersprang, waren die 3,90m an diesem Tag zu hoch für sie. Härkes Vereinskameradin Anna Rieger wurde mit 3,70m Sechste.
Nachdem 1500m-Läufer Matthias Apel am Samstagmittag mit gestoppten 4:00,69min noch die drittschnellste Vorlaufzeit in die Ergebnisliste eintragen lassen konnte, reichte selbst eine deutliche Verbesserung der eigenen Bestleistung im Entscheidungslauf am Sonntag nicht für eine Podestplatzierung: Der Athlet von der LG Osnabrück hielt sich im Rennen zunächst zurück und kämpfte sich auf den letzten Runden eifrig nach vorne. Bis auf die Schlusslinie kämpfte Apel um Bronze – starke 3:57,42min reichten am Ende für Rang vier. Dreispringer Toncho Zvolov, der mit seinem famosen Sprung über die 15-Meter-Marke definitiv als Mitfavorit ins Medaillenrennen einstieg, gelang am Samstagabend ein Sprung auf 14,76m. Sie bescherten ihm Rang vier. Tarik Benze und Mario Schütte von der LG Weserbergland sicherten sich im selben Wettbewerb Rang sieben und zehn.
Winterwurf-DM
Jan Plewka mit neuem Hausrekord im letzten Versuch
Bei den parallel ausgetragenen Deutschen Meisterschaften im Winterwurf sorgte Nachwuchstalent Jan Plewka für einen Medaillenerfolg. Der Hammerwerfer vom TSV Germania Helmstedt katapultierte das fünf Kilogramm schwere Wurfgerät im letzten Durchgang auf 62,87m – Steigerung des zuletzt aufgestellten Hausrekordes um mehr als einen Meter. Lara Hundertmark vom Einbecker SV, die sich im Hammerwurf der Frauen in den Ring stellte, kam mit geworfenen 58,36m nicht ganz an ihre Top-Weiten heran und belegte in ihrem ersten Wettkampf der Saison Rang sechs. Die selbe Platzierung gelang auch Friederike Heinichen in der weiblichen Jugend U20: Die Athletin vom VfL Wolfsburg ließ ihren Hammer auf 49,94m fliegen. Den dritten sechsten Platz für Niedersachsen fuhr Diskuswerfer William Wolzenburg von Hannover 96 ein. Seine Scheibe flog im ersten Versuch auf 52,08m. Später folgten vier ungültige Versuche.