Das sind die NLV-Sportler*innen des Jahres 2025!
Ein unglaubliches Marathon-Finish in Tokio, neue Deutsche Rekorde, Zeiten, die in die Geschichtsbücher eingingen, und Sprünge in neue Sphären: Das Leichtathletik-Jahr 2025 war aus niedersächsischer Sicht ein Jahr der Superlative. Der NLV-Nachwuchs überzeugte bei Nationalen Meisterschaften und schlüpfte beim European Youth Olympic Festival erstmals ins DLV-Trikot, niedersächsische Athlet*innen feierten Erfolge bei den Jugend-Europameisterschaften in Bergen und Tampere und die ganz großen Gesichter standen bei den Weltmeisterschaften in Japan im ganz großen Rampenlicht.
Vier dieser Athlet*innen, die im vergangenen Jahr mit ihren außergewöhnlichen Leistungen für Furore gesorgt haben, dürfen sich nun „NLV-Sportler*in des Jahres 2025“ nennen: Bis zum 11. Januar 2026 hatte die niedersächsische Leichtathletik-Familie die Möglichkeit, aus den vier bis sieben zur Auswahl stehenden Leichtathlet*innen ihre Favoriten zu wählen. In das Endergebnis verrechnet wurden nicht nur die rund 1000 Abstimmungen, die über das Homepage-Formular eingegangen sind, sondern auch die Fach-Jury – bestehend aus den Präsidiumsmitgliedern Uwe Schünemann, Ingo Schultz, Olaf Glaeseker und Jan Gutzeit sowie dem Leitenden Landestrainer Marco Antoni und der Geschäftsführerin Viktoria Leu – gaben ihre Stimmen ab. Bei der Nominierung berücksichtigt wurden diejenigen Athlet*innen, die im vergangenen Jahr bei einem internationalen Wettkampf im Nationaltrikot antreten oder Podestplätze bei Deutschen Meisterschaften erringen konnten.
Am Medaillengewinner von Tokio geht kein Weg vorbei
Dass die Wahl zum „Sportler des Jahres“ an ihn geht, ist nach dieser Saison wohl keine große Überraschung: Amanal Petros – erst zur Saison 2025 ist das Marathon-Ass zu Hannover 96 und damit nach Niedersachsen gewechselt – erreichte am 14. September 2025 Historisches: Im packenden Marathon-WM-Finale von Tokio gewann der 30-Jährige die Silbermedaille. Beim ersten Marathon-Fotofinish in der WM-Geschichte gelang ihm der erst zweite Medaillenerfolg für einen deutschen Marathonläufer jemals. Für Petros war das weder der erste noch der letzte Sensationserfolg in der Saison 2025. Nachdem er im April in Berlin seinen Halbmarathon als erster Deutscher in der Historie nach weniger als einer Stunde beenden konnte, holte er sich Dezember in Valencia auch seinen Deutschen Rekord auf der Marathon-Distanz zurück: Die Uhren stoppten nach 2:04,03 Stunden.
In der Gesamtabrechnung erhält Petros 29,09 Prozent der Stimmen. Nur knapp vier Prozent weniger gehen auf das Konto des zweitplatzierten Top-Langsprinters Florian Kroll. Der Athlet von der LG Osnabrück begeisterte in der letzten Saison bei den U23-Europameisterschaften in Bergen, wo er mit der 4x400m-Staffel die Bronzemedaille gewann und bei seinem Einzelstart über die 400m bis ins Finale vordringen konnte. Der 21-Jährige krönte sich zudem zum Deutschen Meister unter dem Hallendach und wurde bei den Deutschen U23-Meisterschaften im Juli Zweiter. Nicht zuletzt nominierte der Deutsche Leichtathletik-Verband ihn für das Staffel-Aufgebot bei den Weltmeisterschaften in Tokio. Über Rang drei in der Männer-Wertung darf sich Krolls 400m-Kollege Max Husemann freuen. Der Hildesheimer war ebenfalls Teil des Staffel-Erfolgs von Bergen. Ebenfalls zur Wahl standen Jean Paul Bredau (VfL Wolfsburg/ 12,12%), Marcel Meyer (Hannover 96/ 10,38%) und Tim Kalies (Braunschweiger Laufclub/ 7,25%).
Lea Meyer ist Niedersachsens „Sportlerin des Jahres“
Bei den Frauen geht die Auszeichnung mit fast der Hälfte der Stimmen an eine Rückkehrerin: Hindernisläuferin Lea Meyer – sie trainiert in den USA bei ihrem Trainer Mark Coogan - hat sich zur vergangenen Saison mit dem Wechsel zum VfL Löningen wieder ihrem Heimatverein angeschlossen und konnte auf der Laufbahn zahlreiche Erfolge im grau-gelben Dress feiern. Bei der Hallen-Europameisterschaft in Apeldoorn wurde sie auf der 3.000m-Distanz Siebte, im Hindernisfinale von Tokio belegte sie Rang 12. Auch ihre Abstecher auf diverse 5.000m-Rennen waren erfolgreich: Bei der Weltmeisterschaft kam sie als 23. ins Ziel, bei einem Meeting in Los Angeles blieb sie als erst siebte Deutsche unter der 15-Minuten-Marke. Zudem bejubelte Meyer zwei Deutsche Meistertitel – einen auf ihrer Paradedistanz unter dem Hallendach und einen über 5.000m bei den nationalen Titelkämpfen in Dresden.
25 Prozent der Stimmen gehen in der Frauen-Wertung auf das Konto von Dreispringerin Kira Wittmann: Die Athletin von Hannover 96 war ebenfalls Teil des DLV-Aufgebots bei den Hallen-Europameisterschaften in Apeldoorn, wurde in Dresden Deutsche Vizemeisterin und gewann bei der Hallen-DM in Dortmund die Bronzemedaille. Hammerwerferin Lara Hundertmark (Einbecker SV) konnte 16,42 Prozent sammeln und 11,38 Prozent gehen an Wittmanns Trainingskollegin Anna Keyserlingk (LG Göttingen).
Svea Funck und Micah Schade gewinnen im Nachwuchsbereich
Sie ist erst 16 Jahre alt und jetzt schon eine der Shooting-Stars in der deutschen Siebenkampf-Szene: Svea Funcks Hammer-Saison startete bereits im Januar, als sie bei den Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften unter dem Hallendach eine neue Deutsche U18-Bestleistung im Fünfkampf aufstellte. Im Sommer folgten dann zwei weitere Höhepunkte: Das junge Talent vom TV Jahn Walsrode, die bei ihrem Vater André Funck trainiert, holte sich beim European Youth Olympic Festival den Titel im Siebenkampf und ließ anschließend bei den Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften in Leverkusen keine der größtenteils älteren Konkurrentinnen an sich vorbei. Gekrönt wird ihre außergewöhnliche Leistung nun mit der Auszeichnung zur „NLV Nachwuchssportlerin des Jahres“ – knapp 23 Prozent der Stimmen gehen auf ihr Konto.
Luna Fischer, die im vergangenen Jahr die Glückwünsche zur „Nachwuchssportlerin des Jahres“ entgegennehmen durfte, wird damit von Svea Funck auf Platz zwei verwiesen. Die Langsprinterin vom VfL Eintracht Hannover begeisterte im Sommer 2025 mit dem Gewinn der Staffel-Silbermedaille bei den U20-Europameisterschaften in Tampere. Im Einzelrennen über die 400m gelang der mehrfachen Deutschen Meisterin dort außerdem ein zwölfter Platz. Rang drei in der Gesamtabrechnung geht an Antonia Bronnert. Die Dreispringerin vom VfL Löningen feierte nach einer langen Verletzungsphase ein erfolgreiches Comeback in das Wettkampfgeschehen: Sie wurde in Bochum-Wattenscheid Deutsche U20-Meisterin und begeisterte in Tampere mit einem fünften Platz im Dreisprungfinale. Außerdem auf dem Wahlzettel standen in diesem Jahr Lera Miller (VfL Löningen), Lynn Michelmann (TSV Asendorf), Friederike Heinichen (SVG GW Bad Gandersheim) und Dorothea Gantert (SpVG Laatzen).
Ein großer Fan vom Mehrkampf ist auch der neue „NLV Nachwuchssportler des Jahres“. In der vergangenen Saison allerdings versetzte Micah Schade von der LG Emstal Dörpen die deutsche Leichtathletik vor allem mit seinem Leistungsdurchbruch im Weitsprung in Staunen: Nachdem der 16-Jährige unter seinem Trainer Hannes Zumsande schon in der Hallensaison mit einem dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften in Dortmund überraschte, folgte dann zu Beginn der Sommersaison der ganz große Sprung: Beim „Tag der Überflieger“ in Essen knackte Schade erstmals die Sieben-Meter-Marke. Darauf folgte im Juli der Gewinn der Deutschen U18-Meisterschaft.
Tom Stephan vom TV Lilienthal hat im Voting die zweitmeisten Stimmen bekommen. Er wurde ebenfalls Deutscher U18-Meister – allerdings über die 3.000m-Laufdistanz. Rang drei geht bei dieser Wahl an Matthias Apel von der LG Osnabrück. Der 17-Jährige krönte seine Saison mit einem Deutschen Vizemeistertitel über die 2.000m Hindernis. Weitere Stimmen gingen an Marius Numrich (SVG GW Bad Gandersheim), Tarik Benze (LG Weserbergland), Erik Siepmann (MTV Wittmund) und Leon Michelmann (TSV Asendorf).