Niedersachsens Langsprinter*innen behaupten sich vor internationaler Konkurrenz

  05.05.2026    NLV News Leistungssport
World Relays in Botswana: Deutsche Staffeln mit teils mehrfacher niedersächsischer Beteiligung präsentieren sich trotz verpasster WM-Qualifikationen stark. Thorben Finke feiert internationales Debüt bei den „Großen“.

Teampower bei den Staffelweltmeisterschaften in Gaborone: Am vergangenen Wochenenden kamen in Botswanas Hauptstadt rund 700 Sprinter*innen aus 40 Nationen zusammen, um die diesjährigen DM-Medaillen in den Staffelwettbewerben zu vergeben. Gleichzeitig ging es auch darum, mit dem Finaleinzug bei den World Relays ein Ticket für die Teilnahme an den Weltmeisterschaften 2027, die in Peking stattfinden, abzustauben.

Bredau und Finke führen Staffel der Männer an

Gleich am ersten Tag der Wettbewerbe kamen die vier niedersächsischen Top-Athlet*innen, die für das Aufgebot des Deutschen Leichtathletik-Verbandes berücksichtigt wurden, allesamt zum Einsatz. Auf den 4x400m der Männer standen zunächst Jean Paul Bredau vom VfL Wolfsburg und Thorben Finke (SV Sigiltra Sögel) vor einer schweren Aufgabe: Um sich für das Finale am Sonntag und damit auch für die WM in Peking zu qualifizieren, musste angesichts der vorgelegten Zeiten der anderen Teams ein neuer Deutscher Rekord her. Bredau führte das DLV-Quartett an und übergab den Staffelstab an Position zwei auf Finke, der sich mühelos einsortieren und das Holz auf Rang drei an seinen DLV-Kollegen Manuel Sanders überreichen konnte. Am Ende reichten die Körner der Deutschen für eine Platzierung unter den Top zwei – die brauchte es für den Finaleinzug – leider nicht aus. Owen Fischer-Breiholz beendete das Rennen für das deutsche Team auf Platz vier. Es fiel zwar kein neuer Deutscher Rekord, die Zeit konnte sich aber trotzdem sehen lassen: Mit gestoppten 3:00,04min war zuletzt 1993 eine deutsche Staffel schneller.

Trotz des verpassten Finaleinzuges bot die zweite Runde am Sonntag dem DLV-Quartett eine weitre Chance, sich für die Weltmeisterschaften zu qualifizieren. Auch hier übergab Jean Paul Bredau auf Thorben Finke - allerdings gelang der Wechsel nicht optimal, sodass das Team das Feld von da an von hinten aufrollen musste. Schließlich wurden Platz fünf und eine Zeit von 3:02,21min in die Ergebnisliste notiert. Keine WM-Qualifikation und nicht ganz das, was sich Bredau und Co. erhofft hatten. Dennoch kehren die Langsprinter heute mit wertvollen Erfahrungen zurück nach Deutschland. Allen voran Thorben Finke, der in Botswana das erste Mal in seiner Karriere bei den „Großen“ ins DLV-Trikot schlüpfen durfte.

Luna Bulmahn in Doppelfunktion

Für einen Start in der Mixedstaffel der Langsprinter*innen berücksichtigt wurden am Samstag sowohl Luna Bulmahn (VfL Wolfsburg) als auch Florian Kroll (LG Osnabrück). In diesem Wettbewerb stand außer Frage, dass eine Qualifikation für die WM für die Mannschaft eine große Herausforderung werden würde. So geriet das Quartett mit ihrem Startläufer Tyrel Prez (SC Potsdam) bereits ins Hintertreffen: Luna Bulmahn übergab den Staffelstab daraufhin an Position sieben auf Florian Kroll, der ein couragiertes Rennen zeigte und auf der Schlussgeraden noch die Lücke zum Sechsplatzierten schließen konnte. Schlussläuferin Eileen Demes hielt diesen Rang und ließ die Uhren nach 3:15,28min stoppen.

In der zweiten Qualifikationsrunde am Sonntag benötigte die Mixed-Staffel wieder einen zweiten Rang, um sich noch für Peking zu qualifizieren. Auch hier war Florian Kroll im Startaufgebot. Der Osnabrücker hielt seine Staffel lange Zeit in Schlagdistanz zu den führenden Staffeln, mit Rang drei reichte es am Ende aber nicht für das WM-Ticket. Die Langsprinter*innen dürfen nun noch auf eine Qualifikation über die Rangliste hoffen. Luna Bulmahn, die am Samstag noch im Mixed-Aufgebot zu finden war, übernahm am Sonntag die Position der zweiten Läuferin in der deutschen Frauenstaffel, die sich am Samstag dank einer schnellen Zeit für das Finale qualifiziert hatte. Bulmahn und ihre DLV-Kolleginnen Eileen Demes, Annkathrin Hoven und Irina Gorr standen in diesem Finale vor der schweren Aufgabe, sich gegen die schnellsten Staffeln der Welt zu behaupten. Am Ende bedeuteten 3:29,37min Rang acht. 

Martha Fahrenkrug