Masters triumphieren in Düsseldorf
Drei Tage Leichtathletik und ihre Emotionen pur: Während die besten Straßenläufer Deutschlands am vergangenen Wochenende in Uelzen zusammenkamen, verschlug es die Hallen- und Wurfspezialisten der Masters nach Düsseldorf. So wurden ihre Deutschen Meistertitel in und neben der Leichtathletikhalle im Arena Sportpark vergeben. Teil der Meisterschaft waren in diesem Jahr fast 100 Sportler*innen aus Niedersachsen. Viele wurden ihrer Favoritenrolle gerecht, feierten neue Saisonbestleistungen und unterzogen sich in Vorbereitung auf die noch anstehenden Hallen-Europameisterschaften in Torun dem optimalen Formtest.
Mit ordentlichem Rückenwind können die Kurz- und Mitteldistanzläufer der M45 nach Polen reisen. Gleich zweifach stellten sich hier Christian Wiese vom TSV Burgdorf und Peter Fräßdorf für den Braunschweiger Laufclub gemeinsam an die Startlinie. Nachdem Fräßdorf am Freitagabend auf den 800m die Nase vorn hatte, mit gestoppten 2:06,21min den ersten Einzeltitel seiner Karriere einfuhr und Wiese auf den Silberrang verwies, hatte der Burgdorfer dann am Samstag das längere Stehvermögen: Er kam auf den 1500m nach 4:17,50min ins Ziel und durfte sich anschließend die Goldmedaille umhängen lassen. Sein NLV-Kollege Peter Fräßdorf musste an diesem Tag zwar das Nachsehen haben, durfte sich aber dennoch über Bronze freuen. Zudem beendete er die 400m nach 55,49sek und belegte in diesem Wettbewerb Rang vier. Eine Medaille wiederum sicherte sich auf den zwei Hallenrunden Christian Povel: Der Athlet von der LG Braunschweig war mit 55,27sek mehr als zwei Zehntelsekunden schneller als Fräßdorf und ließ seine Medaille bronzefarben leuchten.
Weitere Medaillen gingen in der M45 an Jens Beintken und Dennis Seifried. Beintken vom SV Friedrichsfehn flog im Weitsprung auf 5,76m und platzierte sich damit auf Rang drei. Zusätzlich kämpfte er sich durch den 60 Meter langen Hürdenwald und freute sich mit einer Zeit von 9,38sek über den Deutschen Vizemeistertitel. Seifried (VfL Horneburg) als Drittplatzierten ließ er damit hinter sich.
Der TV Lohnde verzeichnet mehrere Medaillengewinne
Eine ähnliche Weite wie Jens Beintken konnte auch Holger Geweke in den Sand setzen: Mit einer neuen Saisonbestleistung von 5,83m ließ sich der Athlet vom TV Lohnde in der M50 zum neuen Deutschen Meister im Weitsprung küren. Seinem Vereinskollegen Dr. Ted Spitzer gelangen ebenfalls Saisonbestleistungen: Über die 400m der M60 stürmte er nach 59,61sek auf dem Silberrang ins Ziel. Außerdem verbuchte er auf den 60m und 200m zwei siebten Plätze auf sein Konto. Im 800m-Wettbewerb der M60 war es Ulrich Pohl vom OSC Damme, der mit einer Zeit von 2:23,02min und Platz drei eine weitere Medaille für Niedersachsen einholen konnte.
Deutsche Vizemeistertitel wurden auch im Dreisprung und im Speerwurf bejubelt: Rainer Werking von der LG Papenburg/Aschendorf ließ mit einem Sprung auf 12,58m nur einen Konkurrenten an sich vorbei – Gleiches galt für Karsten Krause (MTV Schöningen) im Dreisprungwettbewerb der M35. Werkings Vereinskamerad Andreas Obermüller ließ sein Wurfgerät in der M50 auf 43,88m fliegen.
Olga Köppen trotzt der großen Konkurrenz
Große Konkurrenz und dennoch in allen drei Entscheidungen unschlagbar: Olga Köppen von der LG Lüneburg wurde am Wochenende dreifache Deutsche Meisterin. Sie lief in der W45 nicht nur über die 400m allen davon, sondern setzte sich auch auf den 800m und den 1500m durch. Das ambitionierte Programm schien ihre Beine hierbei nicht davon abzuhalten, sich in Top-Form zu präsentieren: Die Uhren stoppten nach 61,87sek, 2:30,79min und 4:57,38min. Nicht für die LG Lüneburg, sondern für den Lüneburger SV an die Startlinie stellte sich derweil Lara Predki: In der W35 wurde sie auf der 1500m-Distanz neue Deutsche Vizemeisterin und freute sich gleichzeitig über eine Saisonbestleistung von 4:58,67min. Predki belegte außerdem Rang fünf und Rang vier in den Entscheidungen über 400m und 800m. Der 400m-Titel ging nicht nur in der W45, sondern auch in der W60 nach Niedersachsen: Brigitte Heidrich von der LG Kreis Verden ließ die Zeitnahme nach 74,81sek stoppen und freute sich damit über die Goldmedaille.
Neben Olga Köppen gelangen auch Hillen von Maltzahn Mehrfacherfolge, wenngleich sich die Athletin vom TSV Burgdorf deutlich weniger Konkurrentinnen stellen musste: So sprintete sie in der Altersklasse W75 sowohl über die 60m als auch über 200m zu Gold und wurde zudem im Weit- und Dreisprung konkurrenzlos Deutsche Meisterin. Im Hochsprung blieb die Latte bis zu einer Höhe von 1,05m liegen, womit sich die Burgdorferin Silber sicherte. Auch Diana Garde war im Sprung- und Sprintbereich erfolgreich: Die W55-Athletin von der LGG Ganderkesee sprang im Dreisprung mit gemessenen 8,67m zum Deutschen Vizetitel und holte sich im Weitsprung mit 4,34m die Bronzemedaille. Eine Saisonbestleistung von 9,14sek verhalfen ihr außerdem zum siebten Platz im Kurzsprint. Diese Platzierung gelang auch Carola Novak vom LAV Zeven: Auf den 60m der W40 sprintete sie in 8,60sek zur neuen Saisonbestleistung. Vor allem überzeugen konnte sie allerdings im Hürdensprint. Hier erreichte sie nach nur 9,26sek als Siegerin die Ziellinie. Auf der 200m-Distanz belegte sie in 27,69sek Rang vier.
Winterwurf bei sommerlichen Temperaturen
Dagmar Suhling – ebenfalls aus der Altersgruppe W55 – stellte sich nicht in der Halle, sondern auf dem Wurfplatz ihrer Konkurrenz: Nicht zu übertreffen war sie dabei im Speerwurf: Ihr Wurfgerät flog auf 35,85m, womit sich die Athletin von der LG Kreis Verden über Gold freuen durfte. Medaille Nummer zwei gewann sie im Hammerwurf. Hier wurde eine Bestmarke von 40,83m eintragen. Im Kugelstoßen der W60 und im Speerwurf der W50 konnten zwei weitere NLV-Athletinnen die Goldmedaille überreicht bekommen und vom warmen Wetter profitieren: Kugelstoßerin Jana Müller-Schmidt von der SG Osterholzer LA steigerte sich auf eine Saisonbestleistung von 12,86m und verwies sieben Athletinnen auf die Ränge hinter sich. Birte Rothkehl vom SC Melle 03 ließ ihren Speer auf 31,53m fliegen.