Langhürden-Spezialisten überzeugen beim Nationalen Meeting in Hannover
Hochklassige Wettbewerbe und trotz mäßig optimaler Wetterbedingungen gute Laune zum Saisoneinstieg: Beim diesjährigen Nationalen Leichtathletik-Meeting des VfL Eintracht Hannover, das am vergangenen Samstag im hannoverschen Erika-Fisch-Stadion ausgetragen wurde, konnten zum frühen Zeitpunkt der Saison zahlreiche niedersächsische Top-Athlet*innen auf ihre Kosten kommen – es hagelte Normen für Deutsche Meisterschaften und persönliche Bestleistungen.
Allen voran die Langsprinter*innen aus Niedersachsen konnten am Samstag ihre gute Form unter Beweis stellen. So begeisterte Jordan Gordan, der sich am Vormittag über die 400m Hürden in den Startblock setzte, direkt mit einem neuen Hausrekord: Der Langhürdensprinter von Hannover 96 zeigte echte Tempohärte, stürmte nach 50,91sek ins Ziel und unterbot damit im ersten Rennen seiner Saison die A-Norm für die nationalen Titelkämpfe der Aktiven. Für Nikolas Raeth stoppten die Uhren im selben Wettbewerb, aber in der Konkurrenz der männlichen Jugend U20, nach 52,89sek. Mit der Zeit, die er ebenfalls als neuen persönlichen Rekord auf sein Konto verbuchen konnte, sicherte er sich ebenfalls das Ticket für die Aktiven-DM. Die erforderte Norm für die diesjährige U20-Weltmeisterschaft in Eugene verpasst das Talent vom SV Union Salzgitter nur knapp. Ähnlich erging es Erik Siepmann, dem dritten Langhürdensprinter im Bunde: Der U18-Athlet vom MTV Wittmund gewann die 400m Hürden in 54,39sek und unterbot die Norm für seine Jugend-DM deutlich. An der Qualifikation für die U18-Europameisterschaft schrammte er um 0,39sek vorbei.
Newcomer Emil Mörsch mit DM-Norm
Auch diejenigen Top-Athlet*innen, die am Samstag die Stadionrunde bestritten, aber auf die Hürden verzichteten, konnten mit guten Ergebnissen die Heimreise antreten: Auf den 400m der Männer überzeugte Niclas Jan Kaluza von Eintracht Hildesheim, der der Konkurrenz auf den letzten 100m souverän davonlief. Mit gestoppten 47,81sek holte er sich neben dem Sieg auch die B-Norm für die Deutsche Meisterschaft. Sein Vereinskollege Emil Mörsch setzte derweil im Rennen der männlichen Jugend U18 ein großes Ausrufzeichen: Für die ersten 400m seiner Karriere benötigte er nur 50,58sek. Der 16-Jährige qualifizierte sich damit direkt für die diesjährige Jugend-DM in Bochum. So schnell wie noch nie war auch Mieke Wübben von der LG Emstal Dörpen unterwegs: Auf den 400m der weiblichen Jugend U20 stürmte sie nach 55,73sek über die Ziellinie. Damit darf sie ebenfalls bei ihrer Jugend-DM an den Start gehen – an die erforderte B-Norm für die Aktiven-DM kam sie ebenfalls ganz nah ran.
Doppelt so viele Meter zu absolvieren hatten am Samstagabend die 800m-Läufer*innen: Bei den Frauen überzeugten aus niedersächsischer Sicht Anna Malena Wolff Lopez und Marie Pröpsting: Die beiden Athletinnen vom Braunschweiger Laufclub und vom VfL Eintracht Hannover bestimmten das Rennen von vorne weg und erreichten nach 2:11,91sek und 2:12,67sek den Zielbereich. Beide kratzten damit an der B-Norm für Bochum und kamen ganz nah ran an ihre persönlichen Bestzeiten. Aus den 800m-Entscheidungen ging außerdem der VfL Wolfsburg mit zwei Siegen raus: In der M15 pulverisierte Ian Mac Henning mit gestoppten 2:01,04min seinen bisherigen Hausrekord. Der Schüler sicherte sich die Norm für die nationalen Titelkämpfe der U16 und sortiert sich momentan auf Rang zwei der Deutschen Bestenliste ein. Seine Vereinskollegin Milana Bornhardt begeisterte in der U18 mit einer Zeit von 2:14,38min.
Lynn Michelmann springt 6,09m
Eine der großen Highlights waren am Samstag sicherlich die Weit- und Dreisprungwettbewerbe, die vor der Haupttribüne ausgetragen wurden. Der Weitsprung der Frauen nahm dabei einen spannenden Verlauf: Nachdem Lynn Michelmann (TSV Asendorf) das Feld mit gesprungenen 6,01m lange anführte, gelang ihrer Berliner Konkurrentin Aliena Juliette Heinzmann im letzten Versuch ein Sprung auf 6,04m. Michelmann ließ das nicht auf sich sitzen und konterte: Die U20-Athletin flog bei ihrem sechsten Sprung auf eine neue persönliche Bestleistung von 6,09m und fuhr den Sieg ein. Im Dreisprung der Frauen war Niedersachsen wieder einmal insbesondere durch Kira Wittmann (Hannover 96) und ihre Trainingskameradin Anna Gräfin Keyserslingk (LG Göttingen) stark vertreten. Beide zeigten bei ihrem Saisoneinstieg konstante Serien und ließen am Ende Weiten von 13,49m und 13,38m in der Ergebnisliste vermerken. Damit konnte das Erfüllen der A-Norm für die Deutsche Meisterschaft im ersten Wettkampf der Saison abgehakt werden. Auch der Dreisprung der männlichen Jugend U20 war aus niedersächsischer Sicht erfolgreich: Toncho Tzolov (TSV Germania Helmstedt), Jakob Henry Lück (Hannover 96) und Mario Schütte (LG Weserbergland) sprangen auf 14,49m, 13,97m und 13,91m und dürfen allesamt bei der U20-DM an den Start gehen.
Im Hochsprung erfolgreich waren an diesem Wochenende unter anderem Niklas von Zitzewitz und Micah Schade: Zitzewitz fuhr im Wettbewerb der Männer den Sieg für den VfL Eintracht Hannover ein, indem er als einziger Athlet die 2,04m übersprang. Die danach aufgelegten 2,08m waren an diesem Tag noch zu hoch. Mehrkämpfer Micah Schade von der LG Emstal Dörpen testete in der männlichen Jugend U18 seine Form an und konnte mit dem Ergebnis mehr als zufrieden sein: Mit dem Sprung über die 1,93m bejubelte er eine neue persönliche Bestleistung. Zudem fuhr er in der Einzeldisziplin die Qualifikation für die Jugend-DM ein. Zur DM der Aktiven fahren darf Casimir Matterne: Der Speerwerfer von Hannover 96 schleuderte sein Wurfgerät im Wettbewerb der Männer auf 70,23m – A-Norm für Bochum.
U20- und W15-Sprinterinnen mit starken Saisoneinstiegen
Auch auf der kürzesten Sprintdistanz des Tages war Niedersachsen vorne mit dabei: Im Finale der Männer überzeugte Salifou Fawzane vom VfL Eintracht Hannover. Er unterbot als einziger Athlet die 11-Sekunden-Marke und stürmte nach 10,91sek als Sieger über die Ziellinie. Auch die 200m entschied er mit einer Zeit von 22,12sek für sich. Bei den Frauen ging der Sieg an die Lokalmatadorin und Favoritin Jule Wachtendorf: Der Sprinterin von Hannover 96 gelang mit notierten 12,01sek ein guter Einstieg in die Saison. In der weiblichen Jugend U20 lieferten sich Milana Litau (SG Osterholzer LA) und Caroline Marie Viole (SG Bredenbeck-Holtensen) ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz eins. Am Ende sprintete Viole 2 Hundertstelsekunden hinter Litau nach 12,32sek ins Ziel. Beide freuten sich über die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft der U20 und für Caroline Marie Viole sprang zusätzlich ein neuer persönlicher Rekord heraus. In der W15 gelang dies allen drei Podestplatzierten: Siegerin Carla Meyer (OTB Osnabrück) benötigte für die 100m nur 12,46sek. Rang zwei und drei ging an die LG Weserbergland. Für Mia Brungart und Luise Beckmann stoppte die Uhr nach 12,70sek und 12,74sek.