Hillen von Maltzahn bleibt bei Hallen-EM ungeschlagen
Nach den erfolgreichen nationalen Titelkämpfen in Düsseldorf stand für die besten deutschen Masters zuletzt ein weiteres Hallensaison-Highlight auf dem Programm: Vom 27. März bis zum 3. April wurden im polnischen Torun ihre Hallen-Europameisterschaften mit Winterwurf ausgetragen. Unter dem Aufgebot, das der DLV die Woche über ins Rennen schickte, tummelten sich zahlreiche Sportler*innen aus Niedersachsen, die im Nationaltrikot die ein oder andere Medaille einfahren konnten.
Allen voran Hillen von Maltzahn trug dazu bei, dass sich das DLV-Team zum Abschluss der Wettbewerb mit 119 Goldmedaillen über Rang eins im Medaillenspiegel freuen konnte. Die Athletin vom TSV Burgdorf begeisterte mit sensationellen fünf neuen Europameistertiteln und zwei weiteren Silbermedaillen. Nachdem ihr mit gesprungenen 3,44m am ersten Tag der Meisterschaft überraschend der Sieg im Weitsprung der W75 gelungen war, hielt sie am folgenden Tag auch der Konkurrenz im Hochsprung stand und sicherte sich die zweite Goldmedaille. Mit übersprungenen 1,04m zeigte sie sich hier trotz des Erfolges allerding nicht ganz zufrieden: „Ich wäre gerne höher gesprungen.“ Nach Dreisprung-Gold an Tag drei – hier lieferte sich von Maltzahn mit einer polnischen Springerin ein spannendes Duell, das sie mit 7,23m knapp für sich entscheiden konnte – kam auch über die 60m-Sprintdistanz niemand an ihr vorbei. Die Burgdorferin zeigte nach einem gelungenen Start großes Durchhaltevermögen und ließ die Uhren nach 10,29sek stoppen. Auch über die 200m konnte ihr mit gesprinteten 35,53sek am sechsten Tag keine der anderen Athletinnen das Wasser reichen. Zusätzlich konnte die Niedersächsin in den Staffelwettbewerben zwei Medaillen bejubeln: Sowohl über die 4x200m der Frauen als auch mit der Mixed-Staffel erlief sie sich mit ihren DLV-Kolleg*innen der Altersklasse M/W 75 den Silberrang.
Ebenfalls in der W75, aber in einer ganz anderen Disziplin, war Renate Köhler vom Delmenhorster TV erfolgreich. Die Geherin war nicht nur auf den 3.000m in der Halle nicht zu schlagen, sondern wurde anschließend auch beim 5km Straßengehen mit einer Zeit von 38:27min Europameisterin. In der Mannschaftswertung holte Deutschland hier eine weitere Goldmedaille. Auch Sigute Brönnecke sicherte sich in den Wettbewerben der Geherinnen gleich drei Titel: Die W60-Athletin von Eintracht Hildesheim beendete das 3.000m Bahngehen nach 23:19,33min und kam über die 5km nach 38,27min ins Ziel. Auch Brönnecke wurde gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen Europameisterin im Mannschaftswettbewerb.
Die vierte neue Europameisterin aus Niedersachsen heißt Jana Müller-Schmidt. Die Kugelstoßerin von der SG Osterholzer LA katapultierte das Wurfgerät im Wettbewerb der W60 direkt im ersten Versuch auf 13,12m. Im Laufe des Wettkampfes kam an diese Weite keine andere Athletin mehr heran, sodass Müller-Schmidt mit einem deutlichen Vorsprung als Siegerin in die Ergebnisliste eingetragen werden konnte. „Ich freue mich über den Titel. 13 Meter übertroffen – das passt“, bilanzierte die neue Europameisterin im Anschluss. Zwei weitere niedersächsische Frauen durften in den Wurfdisziplinen auf das Treppchen klettern: Während Birte Rotkehl (SC Melle 03) im Speerwurf der W50 mit 31,38m den Vizetitel mit nach Hause nehmen konnte, gewann Anne-Kathrin Eriksen (LG Braunschweig) im Diskuswurf der W80 mit geworfenen 14,56m die Silbermedaille.
Die niedersächsischen Masters durften in zahlreichen Mannschafts- und Staffelwertungen Medaillen im Empfang nehmen. So unter anderem Ted Spitzer vom TV Lohnde, der mit der 4x200m-Staffel der M60 den zweiten Platz einfuhr. Peter Fräßdorf vom Braunschweiger Laufclub gelang dies in der M45. Sein Quartett brachte das Staffelholz nach 1:38,06min ins Ziel. Nicht nur 200m, sondern gleich fünf Kilometer auf der Straße absolvierte Christian Wiese: Der Athlet vom TSV Burgdorf holte mit der deutschen M40-Mannschaft am dritten Tag der Europameisterschaft die Bronzemedaille. In den Einzelwettbewerben der Männer ging eine Medaille nach Papenburg: Im Kugelstoßen der M65 ließ Rainer Werking die Kugel auf 12,77m fliegen. Der Sportler von der LG Papenburg/Aschendorf sortierte sich mit dieser Weite auf Rang drei ein.