Bildungsverständnis des NLV

Von Bernd Rebischke, Vizepräsident Bildung:

In meinem Beitrag anlässlich der Verbandsratstagung im Dezember 2007 habe ich einige Eckpfeiler des Bildungsverständnisses des NLV dargelegt.
Ich möchte an dieser Stelle hierzu noch einmal deutlich Stellung beziehen.

„Lernen und sich weiter bilden ist ein Lebenselement des Menschen“  
                             Dr. Annette Schawan – Bundesministerin für Forschung und Bildung

Dieses Zitat stammt aus einem Vortrag Frau Dr. Schawans bei der Ideen Expo 2007 in Hannover. Da ich diesen Vortrag nur gehört und nicht in einer schriftlichen Fassung vorliegen habe, gehe ich davon aus, dass Frau Dr. Schawan nicht „ sich weiterbilden“ gemeint hat. Oder vielleicht doch? Wahrscheinlich ist mit dieser Aussage im semantischen Sinn beides gemeint!
Der LSB Niedersachsen hat 2007 ein Grundsatzpapier zum Bildungsverständnis vorgestellt.
Ich habe diesen Beitrag mit sehr großem Interesse verfolgt, trifft er doch genau die Gedanken, die ich seit meinem Amtsantritt im NLV fortlaufend proklamiert habe. Sinngemäß habe ich bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten gesagt, dass „Bildung ein grundlegender Prozess ist, der nie abgeschlossen und hochgradig individuell ist.“
 
Der LSB definiert sein Bildungsverständnis folgendermaßen:

„Unter Bildung verstehen wir den lebensbegleitenden Entwicklungsprozess des Menschen, bei dem er seine geistigen, seelischen, körperlichen und lebenspraktischen Fähigkeiten und seine personalen und sozialen Kompetenzen erweitert.“

Der NLV identifiziert sich mit dem Bildungsverständnis des LSB!

Bildung ist für die handelnden Personen im NLV selbstverständlich und selbst verpflichtend.  

Bildung im und durch Sport geht im NLV über den Erwerb sportlicher und insbesondere sportmotorischer Handlungsfähigkeit hinaus und greift auf andere Dimensionen des menschlichen Handelns und Lernens über.
Der NLV sieht es als seine Pflicht und auch als seine Chance an, diesen Worten Taten folgen zu lassen. Bildungsarbeit wird im NLV sehr ernst genommen und wird bereits in vielen Bereichen professionell umgesetzt.
Wie bereits in der NLV-Info berichtet wurde, haben 356 Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Angeboten des NLV in den Bereichen Aus-, Fort- und Weiterbildung im Breiten- und Leistungssport Folge geleistet. Zusätzlich wurden zahlreiche Kampfrichter aus- und weitergebildet, Vereinsassistenten ausgebildet sowie Lehrer und Referendare fortgebildet.

Der NLV bildet auch im beruflichen, dualen Ausbildungsbereich – anerkannt durch die IHK – aus. Mit Sven Schröder wurde bereits der 2. Auszubildende im August 2007 eingestellt. Ab Sommer 2008 wird der NLV auch seinem sozialen Ausbildungsauftrag gerecht und stellt mit Steffen Knoblauch einen Sportler ein, der sein Freiwilliges Soziales Jahr beim NLV ableistet.

Ausbildung bezieht sich auch auf „die außersportliche Ausbildung“ von Sportlern und Sportlerinnen und schlägt sich in der Beratung zur beruflichen Lebensplanung in Verbindung mit Sport (Lernen im und durch Sport) wieder. An dieser Stelle soll deutlich gemacht werden, dass dieses Angebot an alle gerichtet ist, denn die Top-Athletinnen und Athleten können und werden bereits vorbildlich über den OSP gefördert.
Qualifikation im NLV bedeutet das Personal stark zu machen, dass im Sport agiert. In den letzten Absätzen wird dies bereits deutlich, aber diese Aspekte genügen dem NLV noch längst nicht. Durch das Projekt „Lehrteambildung“ oder „Lehrteam Bildung“ können wir mit Stolz verkünden, dass wir im NLV in diesem Bereich – in Anlehnung an die BWLer und Bänkersprache – „außerordentlich gut aufgestellt“ sind. Das Projekt ist nahezu abgeschlossen, wobei wir unser Lehrteam gern um weitere interessierte Referenten erweitern, wenn sich qualifizierte Personen dazu „berufen“ fühlen.
Der NLV setzt viel Engagement in die Tatsache, die Qualität des Lehrpersonals stets zu erhalten oder besser noch: zu erhöhen. Wir werden einer der ersten Landesfachverbände im LSB sein, der seine Lehrteammitglieder mit Hilfe der Bausteine des LSB als lizenzierte DSOB – Lehrreferenten ausweisen kann.
Ich danke an dieser Stelle allen Personen, die sich mit sehr viel Engagement an der Umsetzung des Projektes beteiligt haben!
Wer Sport mit Bildung verbindet, muss auch seine „bildenden“ Beiträge markant positionieren, aber ebenso auf bestehende Defizite aufmerksam machen.
Die markanten Eckpositionen wurden bereits benannt und werden fortgeführt. Was aber kommt 2008 neu dazu?
Zu den bereits vorhandenen Sonderfortbildungen wie z.B. die „Multi-Schulung“ oder die „Adventsfortbildung“ kommt 2008 erstmals ein blockspezifischer „Qualitätszirkel“ hinzu.
Beginnend mit dem Block Sprung werden wir versuchen durch 2 besondere Veranstaltungen hier neue Qualitätsstandards zu setzen. In den nächsten Jahren werden weitere Blöcke folgen.
Das größte Bildungsevent im Jahr 2008 wird allerdings der
2. Bildungskongress am 05. April 2008 in der internationalen Schule in Hannover darstellen.
Als Defizit in der sportlichen Bildung und der Zusammenarbeit habe ich oft angeregt, dass ein Blick über den Tellerrand hinaus sehr sinnvoll sein kann. Auch hier leistet der Bereich Bildung Pionierdienste.
1.    Kooperation – hier mit dem BSN ( Behinderten Sportverband Niedersachsen)
2.    Zusammenarbeit mit:
- der Dr. Buhmann Schule Hannover
- dem Klinikum der Region Hannover Abt. Gehrden
- der Internationalen Schule Hannover
   
Dieser Kongress ist nicht nur eine außerordentliche Bildungsveranstaltung mit dem niedersächsischen Innenminister als Schirmherrn, sondern auch ein wesentlicher Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit im NLV !
Weitere Details werden folgen und können auf der Homepage des NLV nachgelesen werden.

Was ist noch zur Nachhaltigkeit der Bildungsarbeit zu sagen:
-    Bildung im NLV ist wichtig und soll Freude machen!
-    Bildung dient nicht nur zur Lizenzerstellung und zur Lizenzverlängerung!
-    Qualitätsstandards werden in der Bildung implementiert und evaluiert!
-    das Bildungsverständnis des LSB und des NLV wird komplett umgesetzt!

Bildung ist das größte Kulturgut des Menschen, Geld kann man verlieren, seine Bildung aber nicht.

Bernd Rebischke