Holzminden: Dramatik und Emotionen beim Stabhochsprung-Meeting

ur - (10.06.2019) Wer Höhen und Tiefen im Leben  von Sportveranstaltern und Athleten und Athletinnen hautnah erleben will, der fährt am Pfingstsonnabend nach Holzminden. Was dort im Sportpark an der Liebigstraße beim „Heinz Roloff-Stabhochsprung-Meeting“ geboten wird, übertrifft das gleichzeitig im Zentrum der 20000 Einwohnerstadt laufende „Straßenkunst-Festival“ an Buntheit und Dramatik um Längen. Gewitter, Starkregen und Sturmböen in der Nacht von Freitag auf Sonnabend vernichteten einen großen Teil der Aufbauarbeiten. Aber ein Großeinsatz der Helfer und Helferinnen des veranstaltenden MTV 49 Holzminden  vor dem ersten Sprung am Sonnabendvormittag rettete das Event, was blieb waren die wechselnden Winde, häufig sehr zum Leidwesen der Aktiven. Dennoch reihte sich das 29. Heinz Roloff Stabhochsprung-Meeting ehrenvoll in die Reihe seiner Vorgänger-Veranstaltungen ein. Das artistische Theater, organisiert von MTV-Abteilungsleiter Michael Talke und Einsatzleiter, Schiedsrichter, Trainer und Moderator Klaus Roloff, bot Sport in allen Nuancen: Bestleistungen, Emotionen, Favoritensterben, Höhenflüge und Internationalität.

Dem Seitenwind zum Opfer fielen die Favoriten unter den Top-Springern bei den Männern. Vorjahressieger Philipp Kass aus Bremen und Tim Jäger aus Leverkusen schafften nicht einen gültigen Versuch. Ein sogenannter „Salto Nullo“ bedeutete für die beiden Stabartisten das Aus im Wettbewerb. Der dadurch aber kaum an Spannung verlor. Denn Tom Linus Humann (1998) vom Schweriner SC übersprang als Sieger 5,30 m, scheiterte nur knapp an der nächsten Höhe. Gejagt wurde er von Sean Roth (TSV Bayer o4 Leverkusen), der eine persönliche Bestleistung nach der anderen sprang und für den auch 5,30 m in der Ergebnisliste stehen. Sehenswert auch seine „Freudenrunden“ auf der Matte nach jeder neuen Bestleistung.


Erstmals die Fünf – Meter-Marke knackte der Drittplatzierte Joshua Fadire von der LG Bünde-Löhne. Über seine neue Bestleistung von 5,10 m jubelte der ehemalige Zehnkämpfer so sehr, dass er seinen Trainer mit einem Sprung auf den Arm heftig ins Wanken brachte. Mit einer Höhe von 5,00 m kam Gillian Ladnig (Schweriner SC) auf Platz vier. „Geil“ fand Joshua Olabisi es, dass er mit seiner neuen Bestleistung von 4,60 m nun bester Bremer war. Er hatte sich um 20 cm gesteigert.
Bei den Top-Springerinnen war mit der Dänin Caroline Bonde Holm eine Teilnehmerin der Olympischen Spiele 2012 in London am Start.  Die Mutter einer inzwischen eineinhalbjährigen Tochter beherrschte den Wettbewerb bei den Frauen und siegte mit 4,10 m. Zoe Jakob aus Dortmund konnte ihr bis 4,05 m folgen und freute sich über die Norm zur U20-EM. Nach längerer Verletzungspause kam eine der Favoritinnen, Leni Freya Wildgrube aus Potsdam mit verkürztem Anlauf auf 3,70 m und Rang drei.
Bester Springer des MTV 49 Holzminden war in diesem Jahr Julian Kuhnt (M 15). Nach einer Verletzung gerade wieder rechtzeitig fit geworden, steigerte er seine Bestleistung von 3,72 m um 23 cm auf respektable 3,95 m. Der Lohn Platz zwei in der aktuellen deutschen  Bestenliste seiner Altersklasse. Auch Julians Vereinskameraden Jonah Klüver (3,35 m) und Janik Meyer (3,25 m) freuten sich über Verbesserungen.
Auch der junge U18-Athlet Tyrel Prenz aus Potsdam ließ sich vom wechselnden Wind nicht stören. Er steigerte sich von 4,30 m auf 4,45 m und scheiterte an 4,55 m nur denkbar knapp.
An dem Meeting nahmen 76 Athleten und Athletinnen aus 22 Vereinen teil. Die Meeting-Rekorde von Karsten Dilla aus dem Jahr 2010 mit 5,50 m und von Annika Roloff mit 4,40 m aus dem Jahr  2017 waren diesmal allerdings nicht gefährdet.  Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE


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