Neele ist bestens vorbereitet

red./ur. - (08.08.2018)
Die letzte Vorbereitungsetappe ist abgeschlossen. Am Mittwochvormittag beginnt für LGG-Dreispringerin Neele Eckhardt bei der Leichtathletik-Europameisterschaft der Ernst des Sportlerlebens. Hinter ihr liegt eine Woche Vorbereitung mit dem gesamten DLV-Team im Bundesleistungszentrum Kienbaum. Von dort ging es am Sonntagmittag in das nicht allzu weit entfernte Berlin.


Mit Bundestrainer Charles Friedek sowie Heim- und Landestrainer Frank Reinhardt wurde in Kienbaum letzte Hand angelegt und somit eine im Wesentlichen optimale Vorbereitung abgeschlossen. Reinhardt zufolge hinterließ sein Schützling einen hervorragenden Eindruck. Das mag auch an der guten Unterbringung in den klimatisierten Räumen des Neubaus im Bundesleistungszentrum gelegen haben, der den Athleten vorbehalten war. Währenddessen mussten die Trainer in den alten DDR-Plattenbauten bei unerträglichen Temperaturen schwitzen.


„Kienbaum war auch zum Runterkommen, bevor die große Anspannung beginnt“, sagt Reinhardt. Im Berliner Hotel Maritim und drumherum habe die Hektik schon begonnen. „Da sind auch die Franzosen, Engländer und Israelis untergebracht. Die Sicherheitsvorkehrungen sind unheimlich hoch“, berichtet Reinhardt, der am trainingsfreien Montag noch einmal nach Göttingen gefahren ist. Was sein Schützling geplant hatte, wusste er nicht genau. „Vielleicht hat sie ein bisschen länger geschlafen, trifft sie sich mit einer Freundin oder sie schaut am Nachmittag bei der Weitsprung-Qualifikation im Stadion vorbei. Ablenkung ist wichtig, sonst fängt man an Minuten zu zählen“, sagt der erfahrene Trainer.
In Kienbaum frühes Training


Die Qualifikation des Dreisprungs der Frauen beginnt am Mittwoch um 11.05 Uhr, also wohl bei noch halbwegs erträglichen Bedingungen. „Das Wetter merken die Athleten schon. Wir haben in Kienbaum immer früh am Morgen trainiert, weil auch die Quali relativ früh ist“, erzählt Reinhardt von den Vorbereitungen, aus denen Neele Eckhardt „gesund und ohne Probleme“ herausgegangen ist.


Am Mittwochmorgen beginnt der Wettkampftag sehr früh, denn schon 65 Minuten vor dem Wettkampfstart muss die Dreispringerin im ersten von zwei Call-Rooms sitzen – entsprechend vorbereitet und aufgewärmt. Danach geht es durch ein Tunnelsystem ins Stadion und in einen weiteren Call-Room, ehe die Springerinnen den Innenraum des knapp 75000 Zuschauer fassenden Olympiastadions betreten. Gesprungen wird in zwei Gruppen. Die Qualifikationsweite für das Finale wurde am Sonntag auf 14,05 Meter festgelegt. In jedem Fall erreichen aber die zwölf besten Springerinnen den Endkampf, der am Freitag um 20.07 Uhr angesetzt ist. „Temperaturmäßig gibt es für diesen Tag in jedem Fall schon einmal Entwarnung, 25 Grad wären optimal“, blickt Reinhardt schon einmal optimistisch voraus.


Erstes Ziel für Eckhardt wird sein, das Finale zu erreichen. Das wird mit Sicherheit kein Selbstläufer werden, denn 29 Athletinnen sind gemeldet und die Leistungsdichte ist in kaum einer anderen Disziplin so groß wie im Frauen-Dreisprung. Insofern wird für die Teilnahme am Finale nicht unbedingt das aktuelle Leistungsniveau ausschlaggebend sein, sondern die Beschaffenheit des Nervenkostüms. Dass es daran nicht mangelt, hat die Göttinger Dreispringerin mehr als einmal bewiesen.


Die vielen nationalen Meisterschaften der beiden letzten Wochenenden haben die europäische Rangliste noch einmal ordentlich durcheinandergewürfelt. Die Griechin Paraskeví Papahrístou führt die Bestenliste mit 14,60 Metern an, es folgen Ana Peleteiro (Spanien) mit 14,55 und Elena Panţuroiu (Rumänien) mit 14,47 Metern. Zumindest in den Bereich der Drittplatzierten ist Eckhardt in der Lage zu springen.


Ob die Qualifikation live im TV zu sehen ist (ARD, ZDF und Eurosport übertragen), ist noch unklar. In jedem Fall wird es einen Livestream der ARD geben.


Quelle: Göttinger Tageblatt/Von Gerd Brunken und Kathrin Lienig


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