Im Waldstadion macht Leichtathletik Spaß

Fotos: NLV & Jörg Großmann
ur - (18.06.2018) Lasst Zahlen sprechen! So könnte die Überschrift lauten, wenn von den Leichtathletik-Meisterschaften der Verbände NLV, BLV und BSN im Papenburger Waldstadion die Rede ist. Insgesamt haben die Papenburger und Aschendorfer schon 20mal eine Landesmeisterschaft in den unterschiedlichsten Disziplinen und Altersklassen der Leichtathletik ausgerichtet, seit mehr als 40 Jahren steht Hermann J. Meyer an der Spitze der Abteilung der LG Papenburg/Aschendorf, zum achten Mal beteiligt sich der Behinderten Sportverband Niedersachsen an gemeinsamen Titelkämpfen, über 550 Athletinnen und Athleten aus etwa 140 Vereinen waren nach Papenburg gereist, betreut von 120 Helfern und Helferinnen. Soweit die beeindruckende „Sprache“ der Zahlen.


Was fehlte, waren der eine oder andere Athlet oder Athletin der niedersächsischen Spitze. Verletzungen oder die Teilnahme an überregionalen Veranstaltungen waren die Gründe. Daher verwundert es nicht, dass auch absolute Spitzenleistungen Mangelware blieben. Dennoch waren die Titelkämpfe in Papenburg erfolgreich, weil es einfach Spaß machte, sich bei hervorragenden äußeren Bedingungen zu präsentieren. Und Edgar Eisenkolb, der leitende NLV-Landestrainer, war schon zufrieden, dass die Teilnehmerfelder quantitativ einen deutlichen Aufwärtstrend verzeichneten. Und Anders Spelmeyer, beim BSN für den Leistungssport verantwortlich, nimmt eine deutliche Verjüngung im sportlichen Aufgebot seines Verbandes wahr.


Zu den Leuchttürmen der Titelkämpfe zählten die Sprintstrecken der Männer. Über die 100 m – Distanz siegte Alexander Gladitz (Hannover 96) in neuer persönlicher Bestzeit von 10,44 Sekunden vor Richard von Behr (VfL Wolfsburg) in 10,67 Sekunden. Auch neue Bestzeit. Bronze holte sich in diesem schnellen Rennen Tizian Kirchhof (LG Osterode) in 10,81 Sekunden. Gerade auch der lange verletzte Alexander Gladitz zeigte mit Blick auf die noch kommenden Höhepunkte der Saison einen klaren Aufwärtstrend seiner Leistung. Mit Sven Knipphals (Formtief) und Johannes Breitenstein (Ermüdungsbruch im Fuß) fehlten die „schnellsten Wölfe“, die mit ihren Zeiten die Meldeliste anführten.


Mit deutlichem Vorsprung gewann Alexander Gladitz in 20,90 Sekunden die 200 m, dritter hier Laurin Forstreuter (LG UnterlüßFaßbergOldendorf). Dafür war Forstreuter über die 400 m – Strecke unangefochten schneller als die Konkurrenz. Sein Sieg in 47,22 Sekunden bedeutete gegenüber der gemeldeten Zeit eine deutliche Verbesserung, Silber holte hier Finn Stuckenberg (LG Osnabrück) in 49,12 Sekunden, auch schneller als bisher.


Die Landestitel über 800 m und 1500 m gewann Viktor Kuk (LG Braunschweig) in eher mäßigen Zeiten vor seinem Vereinskollegen Andreas Lange. Ein sehr couragiertes Rennen lief dagegen Yannik Reihs (Hannover Athletics) über 5000 m der Männer. Im Alleingang vorneweg gegen die Uhr kann sich seine Siegerzeit von 14:44,85 Minuten durchaus sehen lassen.


Wenn es irgendwie passt, lässt das Hochsprungass Eike Onnen (Hannover 96) keine Titelkämpfe aus. Mit seiner Siegesleistung von 2,20 m konnte er allerdings nicht zufrieden sein. Einmal störten äußere Einflüsse seine Konzentration, zum anderen schien in Papenburg diesmal kein besseres Ergebnis möglich. Eine deutliche Verbesserung dagegen waren die 14,80 m, mit denen Louis Knüpling (TSV Asendorf) siegreich im Dreisprung war. Er hat meist den längsten Anlauf aller Konkurrenten und kann sich auf seine enorme Grundschnelligkeit verlassen.


Doppelmeister im Kugelstoßen und Diskuswurf wurde Johannes Dickebohm (SC Osterbrock) mit Weiten von 14,45 m und 42,47 m (neue Bestleistungen). Tobias Kruse (SVG SW Bad Gandersheim) schleuderte den Hammer auf die Siegesweite von 51,29 m und Sebastian Rebischke (Hannover 96) gewann den Speerwurf mit 62,63 m. Zufrieden zwar, aber nach eigener Aussage hätte es noch ein bisschen weiter sein können.


Auch bei den Frauen zählten die kurzen Sprintstrecken zu den Höhepunkten der Titelkämpfe in Papenburg. Über 100 m gewann die von Werner Morawietz trainierte Pernilla Kramer (VfL Wolfsburg) in 11,76 Sekunden vor Jasmin Wulf (VfL Lingen) in 11,81 Sekunden. Schnellste Läuferin über die 200 m war in glatten 24 Sekunden Hanna-Marie Studzinski (Eintracht Hildesheim) vor Pernilla Kramer (VfL Wolfsburg) 24,07 und Jasmin Wulf (VfL Lingen) 24,62 Sekunden. Die Hildesheimerin holte auch Gold über die 400 m – Distanz in 55:03 Sekunden.
Über die 1500 m war Lea Meyer (VfL Löningen) in 4:33,15 Minuten ebenso nicht zu schlagen wie Katharina Kulenkampff (SV Rosche) über 5000 m in 17:40,98 Minuten. Ihr war Saskia Pingpank (VfL Eintracht Hannover) als Zweite in 17:48,06 Minuten auf den Fersen. Auch auf Merle Homeier (VfL Bückeburg) im Weitsprung ist Verlass. Mit guten 6,09 m sicherte sie sich den Titel.


Am Vorabend war sie in Rhede noch 13,98 m gesprungen, nur wenige Stunden später präsentierte sie sich in Papenburg. Neele Eckhardt (LG Göttingen). Für sie und ihren Trainer Frank Reinhardt sind ein Start auf den Landesmeisterschaften Pflicht und Selbstverständlichkeit. Vorbildlich! Sie machte zwar nur einen Sprung auf 12,78 m, der Titel war ihr aber sicher. Unter den Dreispringerinnen tauchte ein neues Gesicht auf, das die Zuschauer eher in einer anderen Disziplin vermutet hätten: Annika Roloff (MTV 49 Holzminden) testet sich in einem neuen Wettbewerb, ihr erster Lohn ein fünfter Rang mit 11,58 m. Die Sportlerin hat sich eine Auszeit vom Stabhochsprung verordnet. Im Hammerwurf siegte Cathinca van Amerom (Hannover 96) mit 55,79 m.


Schnell waren auch die männlichen U18-Jugendlichen über 100 m und 200 m unterwegs. Moritz Rosen (VfL Eintracht Hannover) siegte über 100 m in 11,35 Sekunden, Dennis Kleefeld (TuS Wunstorf) über 200 m in 22,85 Sekunden. Gebummelt haben dagegen die jungen Läufer über 3000 m. Erst ein Zwischenruf aus Zuschauerkreisen, das die Mädchen schneller unterwegs gewesen waren, machten den Jungen etwas „Beine“. Es siegte schließlich Jonas Just (LG Osterode) in 9:26,07 Minuten. Beachtlich die Siegesweite von Luis Grewe (VfL Eintracht Hannover) im Weitsprung mit 6,90 m.


Doppelmeisterin in der Klasse der weiblichen U18-Sportlerinnen wurde Jasmina Nanette Stahl (Hannover Athletics) über 1500 m und 3000 m. Ihre Siegeszeiten 4:54,22 und 10:04,73 Minuten. Die 800 m gewann Xenia Krebs (VfL Löningen) in respektablen 2:11,73 Minuten. Aber auch die Sprinterinnen konnten sich auszeichnen. Janina-Marie Grünke (VfL Eintracht Hannover) über 100 m in 12,04 Sekunden und Lara Siemer (Rukeli Trollmann e.V.) über 200 m in 24,92 Sekunden.



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