WMA Championships 2016, 9 Niedersachen, 9 Medaillen

Joachim Pohl (MTV Herrenhausen) bei der Siegerehrung Speerwurf M55, Foto Mitte: Renate Irmtraut Richter (SV Union Salzgitter) Hochsprung-Weltmeisterin W65.
um-cz - (28.11.2016) Vom 26.10. – 06.11.2016 fanden sehr spät in der Freiluftsaison die World Masters Athletics Championships 2016 in Perth, Australien, statt. Den australischen Frühling nutze nur eine kleine Delegation von 9 niedersächsischen „Seniorensportlern“. Diese kleine Delegation hatte es aber in sich, und konnte letztendlich mit 9 Medaillen und einigen Saisonbestleistungen zufrieden, und zumeist schweren Herzens, die Heimreise aus dem sonnigen australischen Frühling in das vorweihnachtliche deutsche Schmuddelwetter antreten.

Bei den sehr liebevoll und perfekt ausgerichteten Meisterschaften standen zwei Niedersachsen ganz oben auf dem Treppchen. Renate Irmtraut Richter (SV Union Salzgitter) vergoldete im Hochsprung der Altersklasse W65 mit 1,20 m im 1. Versuch ihren Australienaufenthalt und konnte dieser Medaille noch eine Silbermedaille mit der deutschen 4 x 100 m Staffel hinzufügen. Für die zweite Goldmedaille reichte Volkmar Reinecke (Hannover 96) im Stabhochsprung ein gültiger Versuch über 4,05 m, wobei sein Start im Stabhochsprung auf Messers Schneide stand, da er sich zuvor im Zehnkampf eine Muskelverletzung zugezogen hatte.

Ebenfalls im Stabhochsprung konnte Dr. Christina Ziemann (W45, MTV49 Holzminden) mit 3,10 m eine Silbermedaille erringen, die das perfekte eine Ende eines mehrstündigen Mammutwettkampfs samt Windlotterie darstellte. Der Wind in Perth, auch „Fremantle Doctor“ genannt, der zeitweise mehrere Meter pro Sekunde betrug, bereitete dabei nicht nur den Springern, sondern auch den Sprintern und Läufern zum Teil massive Probleme, wenn er zum einen die Bestenlistenfähigkeit einer guten Sprintleistung zunichtemachte, oder bei den Langsprints und auch Mittel- und Langstrecken von vorne kam.

Vor allem in den Staffelwettbewerben gingen weitere Medaillen auf das Konto niedersächsischer Athleten. Dorit Stehr (W55, LG Lüneburg) wurde in beiden deutschen Staffeln eingesetzt und trug letztendlich zu einer Silbermedaille des deutschen Teams in der 4 x 100 m Staffel und einer Bronzemedaille in der 4 x 400 m Staffel bei. Auch Udo Lippoldes (TSV Winnigstedt) versilberte seinen Staffeleinsatz in der M65 in einem schnellen 4 x 100 m Rennen des deutschen Teams. Die Wurfwettkämpfe fanden in verschiedenen Stadien statt, darunter auch in einem reinen Rasenstadion. Dieses wurde zusätzlich als Aufwärmplatz genutzt, und wies neben den Wurfanlagen abgekreidete Laufbahnen und Weitsprunggruben mit Rasenanlauf auf, wie man es aus deutschen Breiten eher nicht kennt, was aber natürlich für Trainingszwecke sehr viel gelenkschonender als eine Tartanbahn ist.

Bei den Wurfwettbewerben stach Joachim Pohl (MTV Herrenhausen) mit zwei Bronzemedaillen in der M55 hervor. Sowohl im Speerwurf  mit 54,49 m, als auch im Werfer-Fünfkampf mit 3949 Punkten erkämpfte er sich gegen starke und oft recht schwergewichtige Konkurrenz aus aller Welt jeweils einen Podestplatz. Auch die weiteren niedersächsichen Teilnehmer, Dr. Martin Thomsen (M50, TSV Lelm), Stephan Kleinau (M60, MTV Herrenhausen), und Dietrich Wittmershaus (M70, TSV Barrien) schlugen sich achtbar und konnten teilweise zu diesem späten Zeitpunkt der Freiluftsaison noch neue Saisonbestleistungen abrufen.

Insgesamt war die Reise in das Land der Kängurus und Wombats für alle niedersächsischen Teilnehmer sehr erfolgreich und erlebnisreich, und ich denke, dass keiner die in Australien gewonnenen Eindrücke missen möchte.






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