Erstmals werden Frauen "NLV-Trainer des Jahres"

Martina Müller (li) und Cornelia Ulrich nach der Ehrung (Foto:Johr)
hj - (27.09.2014) Die NLV-Spitzensportkonferenz am heutigen Sonnabend (27.9.) in Hannover begann mit einer Riesenüberraschung. Die Tagesordnung sah im TOP 1 vor, dass der Vizepräsident Leistungssport, Carsten Decker, den „NLV-Trainer des Jahres“ auszeichnen soll. Überraschend fiel die Wahl nicht nur auf eine, sondern gleich auf zwei Frauen. Geehrt wurden Cornelia Ulrich aus Helmstedt und Martina Müller aus Otterndorf. Bisher wurden nur Männer mit dieser Auszeichnung bedacht.

Beide Frauen weisen Gemeinsamkeiten vor. Sie sind Lehrerinnen, Cornelia Ulrich unterrichtet sowohl in einer Sekundar- als auch in einer Förderschule. Seit 2005 ist sie erfolgreiche Trainerin im SV Germania Helmstedt. Aktuell ist ihr leistungsstärkster Schützling Laura Gläsner. Die 18-Jährige wurde 2014 in ihrer Spezialdisziplin, den 400 Meter Hürden, in der AK U20 deutsche Jugendmeisterin. „Bei den Blockwettkämpfen in den Schülerklassen hat Laura schon ihre Stärke über die Hürden, im Sprint und ihre erstaunliche Ausdauer gezeigt“, sagt die rührige Trainerin.

Martina Müller, am Gymnasium in Otterndorf Lehrerin für Mathematik und Sport, betätigt sich seit etwa 18 Jahren als Trainerin im TSV Otterndorf. Mit zehn Jahren kam Ann-Kathrin Kopf zu ihr. Schon früh war eine gute Koordination in ihrem Laufstil erkennbar. „Wenn Ann-Kathrin verletzungsfrei bleibt, traue ich ihr einen Aufstieg in die europäische Spitze zu. Sie ist ehrgeizig, inzwischen auch selbstbewusst und ihr gesamtes Handeln ist durchdacht“, sagt die 57jährige Trainerin. Beide Läuferinnen wurden auch in der deutschen 4 x 400 Meter-Staffel eingesetzt, die in diesem Jahr bei der U20-WM in Eugene/USA die Bronzemedaille gewann. Sie liefen auf den Positionen drei und vier, und beide boten  eine großartige Leistung.

Haupttagesordnungspunkt war in dieser Spitzensportkonferenz das geplante neue Stützpunktkonzept. Zu diesem Thema ergab sich eine lange, allerdings sehr sachlich geführte Diskussion. Wolfgang Striezel, Trainer von Hürdensprinter Paul Dittmer und Leiter eines NLV-Stützpunktes, störte sich vor allem an dem geplanten Ranking der Stützpunkte und daran, dass die Stützpunktreform Aspekte des Qualitätsmanagements priorisieren soll. Seine vorgetragenen Bedenken wirkten sehr kompetent.

Vorträge vom leitenden Landestrainer Edgar  Eisenkolb befassten sich noch mit der Auswertung des Trainings- und Wettkampfjahres 2013/2014 und den Grundzügen der Planung des Trainings- und Wettkampfjahres 2014/2015.

Weiterhin stand Gruppenarbeit mit den Blocktrainern auf dem Programm.

Die Veranstaltung war gut vorbereitet und wurde von Edgar Eisenkolb und zeitweilig von Carsten Decker sehr gestrafft geleitet. Dieser Vorgehensweise schlossen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an. Wenn auch teilweise recht kontrovers diskutiert wurde, wurde das Gebot der Sachlichkeit stets beachtet.





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