Walter Steinhoff verstorben

um-rah - (07.08.2017) Kaum zu schließende Lücke hinterlassen: Zum Tode von Walter Steinhoff

Im Juli hat Bad Bad Gandersheim, hat die Sportszene der Roswithastadt und darüber hinaus, hat die Spielvereinigung Grün-Weiß Bad Gandersheim eine Persönlichkeit zu Grabe tragen müssen, deren Name in der Geschichte einen festen Platz behalten wird: Walter Steinhoff ist im Alter von 82 Jahren gestorben.

Zum Sport und hier gleich zur Spielvereinigung Grün-Weiß Bad Gandersheim kam er als knapp 13-Jähriger im Oktober 1947. Noch im Frühjahr dieses Jahres wurde er – noch an den Folgen eines Sturzes leidend – im Rahmen der Jahreshauptversammlung für 70 Jahre Vereinszugehörigkeit geehrt.

Walters Leidenschaft war von Anfang an die Leichtathletik. Bereits im Jahre 1958, gerade einmal für ein solches Amt ungewöhnlich junge 23 Jahre alt, fand er sich bereit, die Abteilungsleitung zu übernehmen. Niemand ahnte zu dieser Zeit, dass er sie für 43 lange und erfolgreiche Jahre bis 2011 behalten sollte. Naturgemäß verlagerten sich mit zunehmendem Alter die Anteile vom aktiven Sport zum Funktionswesen. Walter Steinhoff war die Seele der Leichtathletikabteilung, vertrat die Interessen dieser aber auch im Gesamtvorstand der SVG, in dem er unter anderem lange Jahre zuverlässig das Schriftführeramt bekleidete.

Zuverlässigkeit war ohnehin das Markenzeichen des Mannes, den man praktisch nicht aus der Ruhe bringen konnte. Walters Gelassenheit und stete Zuversicht konnte anderen immer Vorbild sein, als ruhender Pol hat er viele schwierige Situationen im Vereinsleben bewältigen können.

Was ihn weit über den Rahmen des normal Üblichen auszeichnete, war sein steter großer Einsatz, die Bereitschaft Aufgaben zu übernehmen und wie erwartet oder zugesagt zu erledigen.

Das durften auch andere Verbandsebenen der Leichtathletik erfahren, Walter Steinhoff war bereits seit den 70er Jahren Mitglied des Kreisverbandsvorstandes und wirkte auch vier Jahre im Bezirksvorstand mit. In der Regel in der Position der Schriftführung. Als Persönlichkeit war er niedersachsenweit bekannt und ein beliebter und hoch geachteter Sportkamerad. Zahlreiche Begleiter aus diesen Jahren erwiesen ihm jüngst die letzte Ehre.

Ganz auf aktiven Sport hat Walter Steinhoff nicht verzichtet. Nachdem er nicht mehr an Wettkämpfen teilnahm, galt sein Einsatz den Deutschen Sportabzabzeichen. Sowohl als Teilnehmer als auch helfende Hand von Abnahmen bis Überreichungsfeier. So schaffte er – trotz bereits eingetretener gesundheitlicher Probleme – im vergangenen Jahr seine 65. Sportabzeichenwiederholung, ein bislang und wohl noch etwas länger einsam an der Spitze stehender Wert in der Region.

Aus dem Kreise seiner Verfolger und Mitstreiter kam vor zwei Jahren der Vorschlag, Walter Steinhoff für sein Ehrenamtsleben angemessen auszuzeichnen, was mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Mai 2016 geschah. Es war die höchste von vielen Ehrungen, die Walter im Laufe seines Wirkens zuteil wurden.

Walter Steinhoffs Taten und Verdienste aufzählen zu wollen, würde einen Vortragsabend füllen. Mit ihm verknüpf sind Begriffe wie die  Volksläufe der SVG, ein steter Einsatz für Erhalt und Fortentwicklung des Stadions und der Leichtathletik, dessen Förderverein er mitbegründete.

Sein steter Einsatz für Erhalt und Fortentwicklung des Stadions und der Leichtathletik wurde  unter anderem gekrönt  mit der Errichtung einer neuen Hammerwurfanlage am NLV-Stützpunkt im Rudolf-Cahn-von-Seelen–Stadion im Mai 2015.

Walter fehlte bereits, als er noch da war, die Kräfte ihm aber nicht mehr erlaubten, das zu tun, was er immer noch liebend gern getan hätte. Nun ist der Tag gekommen, an dem andere in die Pflicht genommen sind, zu übernehmen. Es bedurfte mehrerer, um Walters Aufgaben zu verteilen. Wir alle sind ihm zu tiefstem Dank verpflichtet.

Rudolf A. Hillebrecht



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