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Gehwettbewerbe M80 bei der Senioren-WM in Budapest

Die drei Erstplatzierten des 3000m-Bahngehens M80 (in der Mitte Karlheinz Teufert)
um-kht - (01.04.2014) Karlheinz Teufert mit Silber in M80 und neuem Deutschen Straßenrekord inm 10 km Straßengehen der M85.

Am zweiten Tag der Hallen-Seniorenweltmeisterschaften der Leichtathleten in Budapest stand das 3000m-Hallengehen auf dem Programm. Am Start war auch der 84-jährige Karlheinz Teufert vom SC Langenhagen. Wegen seines jahreszeitlich späten Geburtstags musste dieser nach den internationalen Bestimmungen noch in der Altersklasse der 80-jährigen teilnehmen. Fünf Seniorengeher hatten sich für diese Disziplin gemeldet, darunter der Sieger der vorjährigen Freiluftweltmeisterschaften in Porto Alegre/Brasilien, Ivan Pushkin aus der Ukraine. Seltsamerweise hatte man in der Startaufstellung die noch älteren Teilnehmer, also die 85-jährigen, vor den genannten Favoriten aufgestellt, sodass sich besagter Pushkin und auch Teufert in der dritten und letzten Startreihe wieder fanden. Auf der engen 200m-Hallenbahn kamen beide nur schwer durch die blockierend wirkenden Älteren hindurch. Gleich gut weg kam dabei aber der gerade 80 gewordene Finne Tapioka Ollikainen, der seine Bahnfreiheit gut ausnützte und tempomachend sozusagen ein Start-Ziel-Renen in 20:49,90 min. ablieferte. Auch der amtierende Weltmeister Pushkin konnte den Nordländer nicht mehr einholen (20:53,01 min.). Karlheinz Teufert hielt nach diesen Überholungsmanövern wacker und vor allem verwarnungsfrei einen dritten Platz, was ihm in 22:03,53 min. eine Bronzemedaille einbrachte. Nun muss sich der Deutsche Leichtathletikverband damit beschäftigen, ob hier ein etwaiger neuer Deutscher Hallenrekord für die Altersklasse M85 (der ja Teufert seit Jahresbeginn national angehört) aus der Taufe gehoben wurde.

Überhaupt sind diese Hallenweltmeisterschaften gut besetzt, was auch daraus hervorgeht, dass so gute Geher wie beispielsweise Karl Degener in seiner Altersklasse M70 nur Vierter werden konnte.

Am Samstag, 29.3.2014, als sich bei schönstem Sonnenwetter unzählige ungarische Besucher in den weiträumigen Anlagen des Budapester Stadtparks tummelten, fand etwas abseits davon im Rahmen der Senioren-Weltmeisterschaften das 10 km-Straßengehen statt. Ein Massenfeld von älteren Gehern und Geherinnen machte sich auf die noch nach dem Programmausdruck geänderte Rund-Strecke, die nun nebst einer scharfen Abbiegung auch nicht mehr als 1000m-Runde angesprochen werden konnte, sondern längenmäßig etwa 1,5 km betrug. Karlheinz Teufert (international noch M80 und einziger langenhagener Teilnehmer), der am Tag vorher nicht zur Vorbesprechung gegangen war, sondern nach dem anstrengendem 3000m-Hallengehen von vor drei Tagen einer erholenden Donaurundfahrt bedurfte, hatte diese Änderung nicht so richtig mitbekommen und marschierte von Start auch äußerst flott los, war dann sichtlich frustriert, als die Zeituhr nach einer Runde statt seiner eingeplanten Zeit einige Minuten länger anzeigte. Dennoch lagen seine sonst stärkeren Konkurrenten sichtlich hinter ihm. Es dauerte einige Zeit, bis die Zielrichter ihm verständlich machen konnten, dass statt 10 nur 7 Runden gegangen werden sollten. Als allerdings der dreimalige Weltmeister von Porto Alegre/Brasilien Ivan Pushkin (1:11:06,5) aus der Ukraine an Teufert vorbeizog, konnte der Langenhagener nicht mehr folgen und kam schließlich etwa 300 m hinter ihm auf den zweiten Platz. Trotzdem blieb dem frisch gebackenen Vizeweltmeister ein nicht geringer Trost: Teufert war für seine nationale Altersklasse M85 mit 1:12:57,0 Std. einen neuen Deutschen Rekord gegangen. So haben sich sowohl die ihm gewährte mentale Betreuung durch Lutz Blume (Seelze) als auch die gehtechnischen Hinweise von Spartatrainer Mariam Bigocki sichtlich ausgezahlt. Der Sieger des oben erwähnten 3000m-Hallengehens Tapio Ollikainen (Finnland) kam nur noch auf auf einen dritten Rang (1:15:20,7 Std.). Weiterhin folgten der Engländer Horwill und der Portugiese Bom. Die internationalen Gehrichter, sechs an der Zahl, hatten auch bei den älteren Semestern die Augen offen: So wurde in der Gruppe M80 der Rumäne István Sandor wegen fehlerhaften Gehstils disqualifiziert. Teufert allerdings, was selten vorkommt, entging jeglicher Verwarnung.





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